Unser Fünfjahresplan

Bekanntlich musste jede Triade zu Beginn von Living Greyhawk einen Fünfjahresplan einreichen, in dem sie aufzeigte, was sie während der fünf Jahre Laufzeit, auf die die Kampagne ursprünglich ausgelegt war, mit ihrer Region erreichen wollte. Dies wurde dann später um eine Fortschreibung um weitere fünf Jahre ergänzt, als klar wurde, dass die Kampagne länger dauern würde, als anfangs geplant.

Kurzer Exkurs: Als sich 2007 herausstellte, dass die Kampagne bereits Ende 2008 enden würde, behaupteten viele, es sei doch von Anfang klar gewesen, dass die Kampagne nur um drei Jahre verlängert würde und nicht um fünf. Dem ist nicht so. Es wurden uns fünf weitere Jahre zugesagt, die dann auf drei zusammengestrichen wurden, als die vierte Auflage der D&D-Regeln vorgezogen wurde. Wer von einer von Anfang an geplanten Verlängerung um drei Jahre spricht, betreibt Geschichtsklitterei.

Zurück zum Thema.

Jetzt, da die Kampagne wirklich zu Ende ist, können wir auch unseren Fünfjahresplan der Öffentlichkeit zugänglich machen - dies war in der Tat einer der frühesten Pläne für die Mottenkiste: Mit dem Update zum Jahresende 2008 kommt der Fünfjahresplan!

Bei der nachfolgenden Datei handelt es sich um Version 2 des Fünfjahresplans. Das Original wurde im April 2000 von Bjørn Meyer, Robert Goldenbaum und Rainer Nagel bei einem Treffen in Offenbach ausgearbeitet und danach zu Erik Mona geschickt (seinerzeit Kampagnenleiter; an regionale Circle-Verantwortliche dachte man damals ebenso wenig wie an Meta-Regionen), der den Entwurf kommentierte und mit einigen Ergänzungen und Änderungen absegnete.

Die hier vorliegende Datei (vom 15.04.2001, also etwa einem Jahr nach dem Entwurf des ursprünglichen Plans) trug einigen Änderungen Rechnung, zum Einen solchen in der regionalen Kampagnenleitung und zum anderen solchen in der überregionalen. Dieses Dokument ging an Creighton Broadhurst, seinerzeit der erste Koordinator für unsere Meta-Region (die Idee der Meta-Regionen wurde gegen Ende des zweiten Kampagnenjahres geboren). Die Änderungen gegenüber dem an Erik geschickten Originalentwurf sind in den Fußnoten des Textes dokumentiert. Ohne weitere Änderungen ging die Datei danach an Creightons Nachfolger: erst Paul Looby, dann Pieter Sleijpen.

Da es sicherlich interessant ist, am Ende der Kampagne einen Soll-/Ist-Abgleich zu machen, finden sich nachstehend Kommentare zum Fünfjahresplan. Bevor ihr diese würdigen könnt, solltet ihr euch allerdings den Text herunterladen:

Fünfjahresplan (PDF,108 KB)


Kommentare zum Fünfjahresplan

Die Geschichtszusammenfassung zu Beginn bietet das damals Bekannte, einschließlich des ursprünglichen Prälaten Kevont (so noch in der Box von 1983), der aber bereits im (Real-) Jahr davor in Dragon 65 durch Anarkin abgelöst wurde; zum Zeitpunkt der Graufalk-Krege ist aber wieder Kevont Prälat (Dave Cook hatte Anarkin wohl einfach übersehen und deshalb "wieder" Kevont eingesetzt).

Wir entschieden uns dann, das Problem nach einem Vorschlag von Edmund Scoot zu lösen: "The easy answer is yeah, Cook didn't see the article. The more interesting answer (non-canonical, but I bet Mr. Moore would approve) is that Almor had some kind of internecine religious squabble, where either Kevont was forced to step aside for a while, or perhaps even two Prelates co-existed (not peacefully, but neither fomenting civil war either) before the situation was eventually resolved in Kevont's favor by some sort of ecclesiastical council. There's certainly medieval precedent for this sort of thing." Paul Loobys Idee, aus Anarkin einen "Stellvertreter" Kevonts zu machen, haben wir dafür ignoriert.

Mit Prinz Molil haben wir nach dem Ersten Living Greyhawk-Wochenende und seinen Folgeabenteuern nicht mehr viel gemacht. Er war zu weit weg und zu schlecht motiviert, um als Gegner zu taugen. Der Adri ist so groß, dass es ihm nie gelingen konnte, ihn ernsthaft unter seine Kontrolle zu bringen. Also haben wir beschlossen, dass ihm seine Niederlage in der Schlacht am Druidenborn eine Lehre war, und ihn seitdem im Hintergrund gehalten. Wir hätten ihn vielleicht wieder ins Spiel bringen können, wenn es um die Eroberung Kantersfelds ging. Dann hätte er auch eine eigene Hauptstadt gehabt, aus der er das Markland hätte regieren können. Diese wäre aber wohl ein Handlungsstrang für die Meta-Region oder von Kern-Abenteuern.

Auch die Idee mit den Beschützerrittern ging etwas unter, und nach der Einführung von Sir Pellidon kam dann nicht mehr viel. Bjørn, dem recht viel an dieser Handlungsschiene lag, hatte zwar noch mehr geplant (und bei seinem Teil des Ersten Living Greyhawk-Wochenendes auch schon ein paar Spuren gelegt), aber dazu kam es dann nicht mehr. Dies lag hauptsächlich daran, dass die Beschützerritter nicht auf das Spielerinteresse stießen, das wir eigentlich erwartet hatten. Zudem war es etwas nervig, dass uns in einer Ausgabe des Living Greyhawk Journals plötzlich Parren Ludern als Beschützerritter verkauft wurde, ohne dass wir etwas davon wussten. (Zum Glück sind uns derlei unabgesprochene Eingriffe in die Region seitens der Kampagnenleitung nur ganz selten passiert; andere Regionen hatten da weitaus weniger Glück - wir denken da nur an die Theokratie der Purheit und The Fright at Tristor oder an die Freude der Keoland-Triade, die gerade ihren König umgebracht hatte, im Vorfeld von CORS 5-01 The Jungle of Lost Ships, das eine vom Königreich ausgeschriebene Expedition zum Inhalt hatte.)

Dies ist ein guter Ort, um ein wenig darüber zu jammern, dass all die Jahre über die Frage nach der Religion von Almor nie zufriedenstellend gelöst werden konnte. Dies lag daran, dass der westliche Teil der in den Graufalk-Kriegen zerschlagenen Prälatur zu Nairond gehörte, das in einer anderen Meta-Region lag. Und die LG-Spieler, die Nairond leiteten, hatten völlig andere Vorstellungen zu diesem Thema, die sie, auf Grundlage alter pseudo-kanonischer Beiträge von Gary Holian, auch sogleich offizialisierten, sicherheitshalber ohne uns zu fragen. Es gab sogar einmal eine Nairond-Triade (die Triaden wechselten dort deutlich schneller als bei uns), die der Ansicht war, ganz Ex-Almor läge bei ihnen. Und es gab eine andere Nairond-Triade, die eine Meta-Organisation für die Sternenwächter ausarbeiten wollte. Dem haben wir dann aber durch Creighton einen Riegel vorschieben lassen.

(Dies ist eine nicht minder gute Gelegenheit, nochmals über die Idee der Meta-Regionen zu jammern. Angeblich wurden diese ja 2002/2003 geschaffen, damit geographisch nahe liegende realweltliche Länder auch geographisch angrenzende LG-Regionen haben. Zum Glück grenzten wir aber nur an eine der Regionen in unserer Meta-Region an (das von den Griechen eher glücklos verwaltete Knurl), während wir von allen anderen durch die gesamte (nicht unbeträchtliche) Nord-Süd-Erstreckung des Vereinigten Königreiches von Ahlissa getrennt waren. Jene Region, die gemeinsame historische Wurzeln mit unserer hatte, gehörte aber zu der Meta-Region Nyrond and Her Environs (West-USA, später noch dazu Teile Australiens, Neuseeland und Japan[!]). Dies führte dann dazu, dass Charaktere aus Almor nicht einfach mal so über die Harfe nach "West-Almor" reisen konnten [wann kommt man denn auch schon nach Südkalifornien, Arizona, Hawaii oder Utah ...?], sondern stattdessen Pilgerfahrten nach Sunndi unternahmen und dabei dem schleichenden Verlust der Identität der Regionen der Spielwelt geradezu galoppierenden Vorschub leisteten. Dies führte dann zu solch abenteuerlichen Ideen wie der auf dem Herbergsbad-Wochenende geäußerten, dass es politische Bündnisse zwischen Sunndi und irgendwelchen Herbergsbader Rebellen gäbe, und dass das Vereinigte Königreich von Ahlissa davon absehen würde, Neu-Almor anzugreifen, nur weil, 600 km im Süden, die Furcht erregende Sunndi-Armee mit einem Einfall drohe.)

Die Immonara-/Athanasia-Schiene wurde konsequent bis zu ihrem Ende auf dem Sechsten Living Greyhawk-Wochenende ausgespielt.

Die Stadt der Sommersterne blieb uns zumindest bis ins vorletzte Kampagnenjahr erhalten, dann mussten wir diesen Handlungsstrang aufgrund des nahenden Kampagenendes leider mit AHL 7-02 Ein güldenes Herz brutalst abbrechen (die Vision am Ende war eine sehr späte Ergänzung aus genau diesem Grunde). Dies war insbesondere deshalb schade, da der Handlungsstrang nach Roberts Abgang lange Jahre verwaist war und wir mit Ingo Teutsch endlich jemand gefunden hatten, der ihn ausarbeiten und zum Abschluss bringen wollte.

Der hier erwähnte Griffith Adarion (der eigentlich "Adrian" heißt) war der Triadencharakter von Robert. Da Triadenmitglieder in ihrer Region nicht mitspielen duften, wurde ihnen zum Ausgleich ein spezieller NSC zugestanden, und Griffith war Roberts Wunsch; nach seinem Ausscheiden verlor die Figur an Wichtigkeit.

Wen es interessiert: Rainers Triadencharakter war natürlich Olafsdottir, Sandys war ebenso natürlich Athanasia, und Frank entschied sich später für den auf dem Herbergsbad-Wochenende so tragisch verstorbenen Ernjulf Ebroer. Bjørn hatte sich um Immonara kümmern wollen, so dass uns letztlich ein Druidenduell der von ihm geführten Amtsinhaberin gegen Sandys Herausforderin vorschwebte. Hat halt so nicht geklappt.

Der Animus und seine untoten Spießgesellen wurden von Nenad Petrovic komplett abgehandelt, Azalin spielte eine Rolle im Hintergrund (zuletzt in AHL 7-06 Die Grube), Inajira und Achtiporax (damals noch namenlos) wurden zu wichtigen Handlungselementen. Olafsdottir haben wir weiter oben schon erwähnt; er und seine Assistentin Corinne bildeten ein dauerhaftes Hintergrundelement, einschließlich angehängter Meta-Organisation. Raynard Byrgel hingegen trat eigentlich nur einmal in Erscheinung - und selbst dann nur als Doppelgänger (er war halt gleichsam an sein Labor gekettet ...). Die Namensänderung wurde nötig, da Erik der Ansicht war, "Ramon Byrrd" erinnere zu stark an Raymond Burr (aus den Perry Mason-Filmen).

Die Abenteuerplanung für das Kampagnenjahr 591 entspricht der in den seinerzeitigen RARRs und wurde dort bereits kommentiert. Interessant ist hier allenfalls noch die Ankündigung eines zweiten Wochenendes mit einem regionalen Themenbezug; in Wirklichkeit wurde daraus dann daraus ja das Wochenende "Herbergsbader in Graufalk", da wir mit der internen Planung nicht auf die Reihe kamen.

Die für das zweite Jahr angekündigte "zweite Reihe" von Drachentempeln ließ dann doch bis zum sechsten Kampagnenjahr und Frank Roters' AHL 6-04 Ein vergessener Tempel auf sich warten, aber sie kam. Was den Animus anging, so kam es in der Tat zu AHLS -01 Tod im Adri, während Athanasias Bemühungen bis zu AHL 3-03 Aufruhr im Adri warten mussten. Anarkin spielte eine kurze Gastrolle in AHL 3-04 Indigo. Und Molil verhielt sich in der Tat sehr ruhig ...

Die Stadt der Sommersterne musste warten bis zum Vierten Living Greyhawk-Wochenende.

Das dritte Kampagnenjahr fiel, zumindest was die Planung in unserem Entwurf angeht, fast völlig flach bzw. mit der Planung für das zweite Jahr (s.o.) zusammen. Aus den bereits genannten Gründen fiel die Verbindung Anarkin - Beschützerritter unter den Tisch; der Anarkin-Handlungsstrang lag ansonsten auf Eis, sieht man von der Wiederaufnahme seiner Einführung in die Stadt durch TSS 3-04 Der Ruhm vergangener Tage ab, der auch die Scharlachrote Bruderschaft wieder ins Gedächtnis brachte. Molil unternahm weiterhin nichts, und den Rhennee erging es ähnlich wie der Stadt der Sommersterne: Die interessierten/vorgesehen Autoren sprangen ab. Es sollte bis zum Kampagnenjahr 6 dauern, bis sich mit AHL 6-01 Das schwarze Albino-Schaf wieder jemand ihrer erbarmen würde - und auch da blieb letztlich außer einer kurzen Handlungszusammenfassung und einer begonnenen Fortsetzung nichts übrig.

Im Adri war in Jahr 4 alles ruhig. Die Scharlachrote Bruderschaft sollte noch einmal kurz in AHL 4-01 Das gnomische Badehaus ihr Haupt erheben, aber mehr kam aus dieser Richtung nicht mehr. Was von der vorgesehenen Planung nicht direkt wegfiel, fand sich letztlich in Jahr 5 und 6 wieder. Zu diesem Zeitpunkt war aber schon klar, dass es weitere fünf Jahre geben würde, weshalb wir die Dinge etwas ruhiger angehen konnten. Allerdings markierte AHL 4-03 Bierselig mit der Wiederanerkennung Anarkins durch seinen Gott Heironeous einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte (ganz abgesehen von der von der Triade vollkommen ungeplanten, aber sehr willkommenen Seuche ...).

So ziemlich alles, was für Jahr 5 vorgesehen war, fand dann in den Jahren 7 und 8 statt (mit Ausnahme des Druidinnenduells, das bereits früher über die Bühne ging, sowie des in Jahr 7 "abgewürgten" Handlungsstrangs um die Stadt der Sommersterne). Der Anarkin-Handlungsstrang hatte durch AHL 5-02 Höllenfeuer und AHL 6-03 Harfenspiel einen Neustart erfahren und konnte am 13./14.12.2008 auf dem Siebten Living Greyhawk-Wochenende abgeschlossen werden. Die von Achtiporax ausgehende Gefahr wurde bereits einen Monat zuvor auf dem Dreieich-Con gebannt.


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