Kleiner geschichtlicher Abriss des Fürstentums Herbergsbad und des Adri-Marklandes, Teil 2: Jüngere Geschichte


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577 AZ
Prinz Corazell aus dem Hause Garasteth, Herrscher der Ländereien in und um Herbergsbad, heiratet Baronin Karasin aus dem Haus Atirr. Die Hochzeit ist das größte gesellschaftliche Ereignis in Herbergsbad und Almor des Jahres 577.

578 AZ
An der Waldfurt (ca. ein bis zwei Tagesreisen nördlich von Alfersfurt) gelingt es einem kleinen Heer der Waldbewohner, die Vorausabteilung einer Armee des Großen Königreiches zu vernichten und dem Haupttrupp entscheidende Verluste zu zufügen, bevor sich die Waldmenschen zurück ziehen müssen. Zeugen der Schlacht berichten davon, dass auf beiden Seiten mächtige Magie eingesetzt wurde, die sich aber gegenseitig blockierte. Die Armee ist so geschwächt, dass die geplante Invasion Naironds abgeblasen wird.

579 AZ
Einige Fälle von Korruption untergraben das Vertrauen der Bürger in die Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Jimenez Serth (Nachfahre des ersten Oberbürgermeisters Ermanus Serth) steht den Affären machtlos gegenüber.

580 AZ
Prinz Corazell erklärt Herbergsbad zur unabhängigen Stadt. Gleichzeitig setzt er einen neuen Oberbürgermeister ein, der zukünftig direkt seinen Anweisungen zu folgen hat. Viele Bürger begrüßen diese Maßnahmen.
Die Prälatur von Almor kann aufgrund politischer Schwierigkeiten und Bedrohungen von außen nicht reagieren. Prälat Anarkin (Hierarch des Heironeous von Thingplatz, gewählt für die Zeit von 577 - 581), befürchtet seit langem einen Angriff des Großen Königreiches auf Almor und reagiert nicht auf diesen Affront. Die Führer der Bewohner der von Herbergsbad beanspruchten Gebiete im Adri erklären, dass sie sich weiter Almor zugehörig fühlen. Sie verweigern Herbergsbad Tribut und wirtschaftliche Nutzung des Adri. Die Truppen von Corazell sind zu schwach, um in den riesigen Gebieten etwas gegen diesen Aufstand ausrichten zu können.

581 AZ
Nachdem der heiße Sommer sich dem Ende zuneigt, dringen 300 Krieger des Großen Königreiches mit der Unterstützung eines Patriarchen des Tempels von Hextor aus Rauxes und bösen Magiern in den Wald ein. Sie haben vor, große Flächen des Waldes mit Feuer und Magie zu vernichten, um so die Waldmenschen aus ihrer Reserve zu locken. Aber bevor sie den Wald allzu stark schädigen können, werden sie vernichtet. Niemand weiß genau, was an diesem Tag geschah, aber man munkelt von einem übernatürlichen Wesen, das auf dem Rücken eines Pferdes und mit Hilfe von Magie die Störenfriede angegriffen haben soll. In seinem Gefolge seien Dutzende von Bären und Wölfen gewesen, die sich der Angreifer annahmen.
Etwa zu gleichen Zeit verschwindet der hochgestellte Druide Griffith Adarian, der einige Zeit vorher ein mächtiges Artefakt tief im Wald gefunden hat. Ob sein Verschwinden, die Vertreibung der Aerdi-Krieger und das Artefakt in einem Zusammenhang stehen, weiß niemand.

582 - 584 AZ - Die Graufalk-Kriege
Als 582 die kontinentweiten Konflikte beginnen, die später als die
Graufalk-Kriege bekannt werden, kann niemand in der Prälatur von Almor und dem Adri auch nur ahnen, was dies für die Region bedeuten würde. Zwar lebt man schon lange unter der Bedrohung des verrückten Hochkönigs des Großen Königreiches Ivid V., aber als dieser sich dann 583 anschickt, Almor anzugreifen, kommt dies trotzdem einigermaßen überraschend. Doch das ausgedehnte Netzwerk von Agenten und Informanten, das Prälat Kevont (Hierarch des Pholtus von Thingplatz, für die Zeit von 582 - 586 gewähltes Oberhaupt von Almor) seit Jahren im Großen Königreich unterhält, warnt die Prälatur rechtzeitig vor der drohenden Gefahr. Als Ivid V. große Teile seiner Armee nahe Kantersfeld in den Adri eindringen und auf Herbergsbad zu marschieren lässt, erreichen die Warnungen Kevont. So kommt es, dass unter der Führung des mittlerweile legendären Kommandanten Osson ein wagemutiger Plan in die Tat umgesetzt wird. Gemäß dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" beginnt Osson mit einem Feldzug gegen das Große Königreich. Dabei setzt er ausschließlich auf die gut ausgebildete Kavallerie Almors. Obwohl zahlenmäßig den Armeen des Großen Königreiches weit unterlegen, gelingt es ihm auf seinem Feldzug durch Ahlissa, Sunndi und Medegia, Ivids Truppen von ihren Plänen abzubringen und entscheidend zu schwächen. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt wurden zahlreiche Siedlungen im Adri verwüstet; selbst bis Alfersfurt fanden versprengte Einheiten der Armee ihren Weg. Nach den Angriffen begannen die Einwohner Alfersfurts mit der Errichtung von Pallisade und Graben.
Fast ein Jahr dauert Ossons Feldzug, bis sich das Kriegsglück wendet: Im Frühjahr 584 wird sein Heer gestellt und vernichtend geschlagen. Nur wenige seiner Soldaten können fliehen und gelangen zurück nach Almor, doch Osson selbst wird seit der Schlacht vermisst.
Ein Jahr der Vorbereitung hat er Almor und Nairond erkauft, und doch reicht dieses Jahr nicht, um die endgültige Vernichtung Almors zu verhindern. In nur wenigen Tagen wird das Land von den gleichzeitig aus mehreren Stossrichtungen angreifenden Armeen des Großen Königreiches überrannt. Selbst Thingplatz wird trotz starker Verteidigungskräfte und mächtiger Befestigungsanlagen innerhalb eines Tages genommen. Mit Hilfe mächtiger Magie und dämonische Verbündeter wird Thingplatz an diesem "Tag des Staubes" dem Erdboden gleich gemacht. Die Magie ist so stark, dass die Gegend selbst heute noch wie magisch aufgeladen wirkt.
Nachdem Ivid auch noch die Leiche des Prälaten Kevont für einen Monat über den Ruinen zur Schau stellen lässt, ziehen seine Truppen weiter nach Nairond. Doch Nairond ist vorbereitet, und in der Schlacht von Herbergsbad (die tatsächlich fast 100 Kilometer westlich der Stadt südlich der nairondischen Stadt Cordrend geschlagen wurde) gelingt es, Ivids Truppen zurückzuschlagen und Teile von Almor zu befreien. Da etwa zur gleichen Zeit das Chaos im Großen Königreich ausbricht, ist die Angriffsmoral der Truppen des Großen Königreiches gebrochen. Vielleicht ist dies alles auch ein wenig der Verdienst von Osson mit seinem heldenhaften Feldzug.
Auch wenn rings um Herbergsbad das Chaos des Krieges herrscht, so ist es doch bemerkenswert, dass alle Beteiligten die Stadt völlig ignorieren. Am Ende des Krieges steht Herbergsbad unversehrt in der Mitte verwüsteter und vom Krieg gezeichneter Ländereien. Nachdem Almor nicht mehr existiert und sich keiner der übrig gebliebenen Staaten für Herbergsbad interessiert, kann so endlich die Unabhängigkeitserklärung von 580 in die Tat umgesetzt werden. Nach dem Tod Prinz Corazells im Winter des Jahres 583 übernimmt seine Witwe Baronin Karasin die Regierungsgeschäfte Doch das verbessert die Situation in Herbergsbad kaum. Alte Handelsbeziehungen sind zerstört, im Süden und Norden herrscht das Chaos, im Osten befinden sich die Waldbewohner in einer Art Rebellion, und im Westen hat man es mit einem Staat zu tun, dessen Machtwille die endlich erreichte Unabhängigkeit gefährdet.

585 AZ
Flüchtlinge aus den Banditen-Königreichen, die vor den Schergen des Iuz geflohen sind, lassen sich im nördliche Adri nieder und gründen die Siedlung Scharfenwall.

586 AZ
Durch den Einsatz des Krummstabs des Rao werden fast alle Dämonen von der Oerde vertrieben. Das entstehende Machtvakuum nutzt der neue König von Nairond Lynwerd I., um die ehemals almorischen Gebiete westlich der Harfe zu besetzen und in sein Königreich einzugliedern.
Auch die verbündeten Scheusale des Großen Königreiches werden geschwächt. Diese Schwäche nutzt Ernjulf Ebroer mit einem Trupp gut ausgebildeter Kämpfer, um die Festung von Fürst Rinshern, nördlich von Stringen gelegen, zu schleifen. Fürst Rinshern war für einen Großteil der Verwüstungen in den Waldmenschen-Siedlungen des Adri verantwortlich, die 583 AZ von der Armee des Großen Königreiches begangen wurden. Bei diesen Verwüstungen kamen auch viele Mitglieder der Familie Ebroer um.

587 AZ
Prinz Xavener I. wird von den übrigen Fürsten der ehemaligen südlichen Provinzen des Großen Königreichs zum Hochkönig des neuen Vereinigten Königreichs von Ahlissa gewählt. Sie befürworten eine Auferstehung des Großen Königreiches der Aerdy unter seiner Herrschaft. Ahlissa erhebt Anspruch auf den gesamten Adri und auf Almor. Als es daraufhin zu einem Krieg zwischen Nairond und Ahlissa zu kommen droht, beschränkt Xavener den Anspruch auf die östliche der Harfe gelegenen Gebiete. Er beginnt mit Geheimverhandlungen, um Baronin Karasin und Herbergsbad an das Königreich zu binden.
Erzdruidin Immonara wirft die Grüne Vettel Ugleranod, die dabei ist, sich mit infernalischen Mächten gegen die Druidin zu verschwören, mit einem Flammenschlag nieder. Ugleranod überlebt aufgrund eines Gefallens ihres dämonischen Meisters, ist aber dauerhaft verkrüppelt.

588 AZ
Graf Myrak wird vom Familienrat des Hauses Cranden beauftragt, in Jennden die Ordnung wieder herzustellen, die durch jahrelange Abwesenheit seines entfernten Vetters Jerichsen zusammengebrochen ist.

589 AZ
Der berüchtigte Räuberhauptmann Caleb, der jahrelang mit seinen Leuten den westlichen Adri und die südlichen Feuersteinhügel terrorisiert, verschwindet. Man munkelt er wäre vor einem Kopfgeldjäger Richtung Norden geflüchtet.

590 AZ
Baronin Karasin erklärt den Anschluss Herbergsbads an Ahlissa am Gottstag des Wuchsfestes. Es wird darüber spekuliert, ob dies unter Druck von Hochkönig Xavener geschah oder wegen der Gefahr einer Annexion durch Nairond. Einige Beobachter meinen, es könne wohl beides stimmen. Gleichzeitig wird Karasin von Xavener zur Prinzessin und damit rechtmäßigen Regentin des Fürstentums Herbergsbad ernannt.

591 AZ
Am 1. Erdtag des Monats Wohlsonne verhindert eine eilig zusammengestellte Verteidigungstruppe von Waldbewohnern einen Angriff auf Alfersfurt. Dabei wird die Vorausabteilung eines Strafheeres von
Prinz Molil fast vollständig aufgerieben, da die Verteidiger sehr geschickt ihre taktischen und strategischen Vorteile nutzen und die Schwächen der - größtenteils humanoiden - Feinde gnadenlos ausnutzen. Da Prinz Molil mit seinem Hauptheer frühzeitig die Stärke der Verteidiger erkennt, zieht er sich zurück, ohne dass an diesem Tage eine Entscheidung herbeigeführt werden kann. Dieser Rückzug demoralisiert seine Truppen jedoch dermaßen, dass bis zur Ankunft in den Heereslagern ein nicht unbeträchtlicher Anteil desertiert.
Die Truppen von Parren Ludern und seiner Verbündeten, die den Angriff in den gesicherten Stellung bei Alfersfurt erwarten, rufen die Abenteurer, mit deren Hilfe die Verteidigungstruppe so schnell und effizient gebildet wurde, zu Helden des Adri aus. Das Gefecht wird schnell als die "Schlacht am Druidenborn" bekannt.
Im Winter des Jahres 590 / 591 ist bekannt geworden, dass Schatzsucher in den Außenbezirken des Waldes auf Tempel einer uralten Drachengottheit gestoßen sind. Um wie viele Tempel es sich handelt, ist im Moment noch unklar, aber bis zum Frühsommer lagen bereits Berichte von mehr als 10 solcher Tempel vor; in einem alten Folianten im Heironeous-Tempel soll die Zahl von 21 genannt sein. Alle erweckten den Anschein, seit Jahrhunderten verlassen zu sein. Die meisten von ihnen wiesen Spuren von Plünderern auf, die aber wohl allesamt an den Verteidigungsanlagen der Tempel gescheitert waren. Erst die Schatzsucher des Jahres 591 hatten offensichtlich mehr Glück (auch wenn hier von einigen Verletzten und Toten berichtet wurde).
Über den Gott, der hier verehrt wurde, und seinen Kult liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, die meisten Gelehrten gehen aber davon aus, dass der Kult seit Jahrhunderten nicht mehr aktiv ist. Wieso nur in dieser Region Tempel dieser Gottheit gefunden wurden, ist rätselhaft, denn schließlich war der Adri früher wesentlich größer.
Warum erst jetzt etwas über diese uralten Tempel bekannt wird und wieso so viele auf einmal gefunden werden, ist ein anderes Rätsel, das derzeit nicht geklärt werden kann. Aber einige Schriftgelehrte machen auf eine Legende um den gnomischen Paladin Aron Tapfernas aufmerksam, wie sie in der Sage Gnombjörn der Starke nachzulesen ist. Wenn man dieser Geschichte glauben darf, so hat
Aron Tapfernas vor langer Zeit einen mächtigen Drachen getötet, der von geistig verwirrten Menschen verehrt wurde. Der heldenhafte Paladin des Garl Glittergold hat diesen Sieg aber selbst mit dem Leben bezahlen müssen. Bis zum Ende des Jahres 592 AZ konnten aber nicht alle der 21 Tempel gefunden werden. Gelehrte gehen davon aus, dass einige Tempel bereits in früheren Zeiten gefunden und geschliffen wurden.

592 AZ
Das ganze Jahr über wurden im Süden des Adri mehr und mehr Untote gesichtet. Aus vielen Waldmenschensiedlungen verschwanden Einwohner. Erst gegen Ende des Jahres konnte der Grund für diese Verbrechen gefunden werden. Der zum Animus gewandelte, ehemalige Beschützerritter Sir Molinar versammelte in einer Waldfestung unweit der Siedlung Rotholz eine Untotenarmee. Gerade noch rechtzeitig konnte eine größere Gruppe von Abenteuern am 3. Sonntag des Monats Wetterfest Molinar in der noch im Aufbau befindlichen Festung stellen und seine üblen Pläne ein für alle mal durchkreuzen. Einige dieser Abenteuer, darunter nicht wenige Helden des Adri, erzählten aber, dass Molinar wohl selbst auch nur Befehle empfangen hatte. Wer nun aber sein Herr sein könnte, ist nicht bekannt.

593 AZ
Im Ort Amhang, nördlich von Herbergsbad, wurden nach Jahren erstmals wieder Höllenhunde gesichtet; was dies zu bedeuten hat, ist noch unklar.
Es gibt Gerüchte, dass der Räuberhauptmann Caleb mit seiner Räuberbande wieder in den südlichen Feuersteinhügeln aufgetaucht sein soll. Die Behörden in Alfersfurt halten dies jedoch für unwahrscheinlich, da sie sich nicht vorstellen können, dass er sich so nah an die Stadt wagen würde.
Die Halblings-Druidin Athanasia Baumling hat Immonara zu einem Druiden-Duell herausgefordert. Es wird im Sommer des Jahres AZ 595 stattfinden. Zuvor arbeiten die beiden Druidinnen allerdings zusammen, um die wieder aufgetauchte Ugleranod zu besiegen.
In Herbergsbad ist ein kleines blaues Wesen aufgetaucht, das für Recht und Ordnung sorgt. Dabei vermeidet es nach Möglichkeit Selbstjustiz und liefert die Straftäter den Behörden aus. Das blaue Wesen soll eine reformierte Kirche des Pholtus in Herbergsbad gegründet haben, aber dies wird von der Amtskirche in Winterkalt vehement bestritten.
Im Herbst des Jahres tauchten Gerüchte auf, das Abenteurer auf den mysteriösen Kaltforst und die Sternenwächter in den Tiefen des Adri gestoßen sein wollen. Ob dies nur ein weiteres Ammenmärchen wichtigtuerischer Abenteurer ist, wird die Zeit zeigen...

594 AZ
Bei der Eröffnung eines hochmodernen gnomischen Badehauses kommt es zu einem Zwischenfall, der fast das Leben der Premierengäste gefordert hätte. Während ein Großteil der Stadtbevölkerung (mal wieder) an fehlgeschlagene gnomische Technologie glaubt, wird aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen berichtet, dass es sich um einen Anschlag einer Organisation handeln soll, von der man glaubte, dass sie nicht mehr in unserer Region aktiv sei.
Im südwestlichen Adri nahe Hügelstolz wird von ungewöhnlichen Wetterphänomänen berichtet, die von einigen Gelehrten auf druidische Aktvitäten zurückgeführt werden. Ob die Wetterhexe Oromandia Sturmwind genauso dahintersteckt, wie hinter der Zerstörung des Aquädukts und der Entführung von Kallra Bergom oder ob es sich um Aktivitäten des gesuchten Priesters Nzevorikin und seines dunklen Kultes handelt, ist zwischen diesen Gelehrten aber höchst umstritten.
Nachdem man lange Monate nichts neues mehr von den Drachenstatuetten aus dem Adri gehört hat und die Schriftgelehrten bereits davon ausgingen, dass der letzte antike Tempel im Adri gefunden wurde, hörte man einzelne Gerüchte, dass in der Neustadt bei dem Händler Olgros eine einzelne Statuette aufgetaucht sein soll, die dann auch gleich das Interesse von zwielichtigen Gesindel auf sich zog.
Im Adri wirft die für 595 AZ angesetzte Auseinandersetzung der beiden Druidinnen ihre Schatten voraus. Wie Umhereisende berichten, trafen sie in verschiedenen Siedlungen auf Vertretungen der beiden, die mit einer Art Wahlkampf beschäftigt zu sein schienen. Was der Zweck im Zusammenhang mit dem Druidenritual sein soll, entzieht sich den meisten dieser Beobachtern.
Ein anderer Wahlkampf ist in diesem Jahr aber entschieden worden: bereits im ersten Wahlgang wurde am 1. Gottstag des Erntemonds der langjährige Alfersfurter Bürgermeister Hilman Obrut in seinem Amt bestätigt.
Zum Ende des Jahres bricht in Herbergsbad - und hier gerade in den ärmeren Vierteln - eine mysteriöse Seuche aus, die zahlreiche Todesopfer fordert. Dass diese Seuche mit der Eröffnung vierer Gasthäuser der Zilchus-Kirche in Zusammenhang stehen soll, wurde von seiten der Zilchus-Kirche aber bisher nicht kommentiert.

595 AZ
Kaum ist die Seuche des Jahres 594 AZ in der Neustadt besiegt, als ein Dunkler Streiter in Teilen der ärmeren Viertel für Aufruhr sorgt. Dabei wird die kleine Pholtus-Kapelle der "Kirche des indigofarbenen Lichts" und das ihr angeschlossene Waisenhaus ein Raub der Flammen. Weiterhin wird berichtet, dass auch der Pholtus-Tempel in der Altstadt heimgesucht wird und einer der Priester bei der Verteidigung sein Leben lässt. Die beiden Glaubensrichtungen des Pholtus sollen sich in Folge der Geschehnisse aufeinander zu bewegen.
Das Druidenduell im Spätsommer/Herbst nimmt einen ganz anderen Verlauf, als von Außenstehenden erwartet. Beobachter berichten von wilden Untieren, die eine massive Störung des Duells darzustellen scheinen und die für die Tötung Immonaras verantwortlich sein sollen. Dessen ungeachtet, rufen die druidischen Schiedsrichter Athanasia Baumling zur neuen Erzdruidin des Adri aus und erklären, dass Immonara wiedergeboren werden soll.
Und schließlich tauchen in verschiedenen Abschnitten des Waldes wieder vermehrt mächtige Untote auf. So wird im westlichen Abschnitt ein altes Hügelgrab - wohl eher eine Kultstätte Nerulls aus lange vergessener Zeit - gefunden und erforscht. Mächtige Untote bedrohen die südlichen Abschnitte des Waldes, fast bis hinauf nach Alfersfurt. Was hinter den gehäuften Sichtungen steht, ist zu diesem Zeitpunkt noch fraglich.

596 AZ
Nachdem erstmals seit vielen Jahren wieder Rhennee auf dem Fluss gesichtet werden und dies als böses Omen gewertet wird, brennt im Frühjahr der Fharlanghn-Tempel in Nannonshaven. Doch dies scheint gleichzeitig das Ende der Pechsträhne für Nannonshaven und Prinzessin Karasin zu bedeuten. Der Fharlanghn-Tempel wird dank großzügiger Spenden rasch wieder aufgebaut, und seit dem Herbst gibt es wieder einen funktionierenden Flusshandel zwischen Jennden und Nannonshaven. Graf Myrak, der Herr von Jennden, schwört Prinzessin Karasin gegenüber den Lehnseid.
Gegen Ende des Jahres kehren Abenteurer aus den Tiefen des Adri mit aufregender Kunde zurück: eine innerer Ring von großen Drachentempeln ist gefunden und reichlich Schätze sind daraus geborgen worden. Leider ist keiner der Tempel mehr als eine Ruine, und so werden ausgiebige Forschungsexpeditionen ausgerüstet werden müssen, um diese weiter zu erforschen. Doch dies ist angesichts der aktuellen Lage im Fürstentum und im Wald wohl noch zu gefährlich und aufwändig…

597 AZ
Aus dem Adri hört man, dass eine alte Elfensiedlung von Abenteurern gefunden und dort einen Tempel der Hanalil Celanil erneut geweiht wird.
Zum Mittsommer-Fest eröffnet Prinzessin Karasin einen Bürgerpark am Rande der Stadt. Zahlreiche Sponsoren haben die Arbeit unterstützt und die exotischsten Pflanzen der Oerde und der näheren Umgebung gestiftet. Doch all das hilft ihr nichts: im Herbst wird immer mehr offenbar, dass Karasin dunkle Pläne schmiedet und dass die arme Bevölkerung der Neustadt dabei eine Rolle spielt, die niemanden von guter Gesinnung kalt lassen kann. Zwar gibt es keine Beweise, aber man munkelt in den Gassen von Geheimgefängnissen und nekromantischen Experimenten.
Das Rätsel um den rätselhaften Kult der Nerull- und Incabulos-Anhänger scheint gelöst: Sie sind Nachfahren des mächtigen Drachenkultes, der in grauer Vorzeit den Adri beherrschte, und sie machen sich daran, diese Rolle wieder auszufüllen. Sie steckten hinter dem Attentat auf Immonara am Druidenduell, und als Kraft der Natur war dieses Eingreifen sogar von den druidischen Schiedsrichtern geduldet worden. Nun schicken sich diese dunklen Druiden an, den Drachenkult wieder zu beleben. Zwar hat eine Gruppe mutiger Abenteuer gerade noch rechtzeitig den siebten Tempel des Drachenrings finden und ausräuchern können, doch sind genug Anhänger des Drachenkultes entkommen, um noch eine Gefahr zu bilden. Besonders da es scheint, dass es einigen gelungen ist, in den innersten Tempel einzudringen, wo noch heute der alte Drachengott schlafen soll.

598 AZ
Die Lage in Herbergsbad hat sich weiter zugespitzt. So sorgen frisch geschlüpfte drachenartige Monster im Frühjahr für Chaos in der Stadt. Ohne das beherzte Eingreifen der Stadtwache (und einiger Abenteurer) hätte das Blutbad in der Neustadt nahe dem Vedaris-Platz leicht noch größere Ausmaße annehmen können. Prinzessin Karasin macht ruchlose Schmuggler und den Händler Olgros dafür verantwortlich, dass die Eier dieser Wesen aus den Wüsten des fernen Westens in das friedliche Herbergsbad gelangt sind.
Wenn man den Gerüchten in den Gassen Herbergsbads glauben darf, so ist ein naher Verwandter von Prinzessin Karasin zu den Rebellen übergelaufen. Man munkelt auch von Verhandlungen zwischen Fürst Valeran von Ralsand mit dem Ex-Prälaten Anarkin, der irgendwo in Herbergsbad untergetaucht sein soll und der im Fürstentum die Keimzelle für ein neues Almor legen möchte…
Die Welle der Verbrechen nimmt immer mehr zu. Es scheint als würden es den Terroristen gelingen, das sich auch die braven Bürger Herbergsbads zur Gewalt animiert fühlen. Doch Prinzessin Karasins Justiz greift hart durch. Mit dem berüchtigten Verbrecher Hanno Böckling wird im Frühsommer kurzer Prozess gemacht: Er wird öffentlich hingerichtet. Auch andere Todesurteile werden vollstreckt, nur selten werden Verbrecher zu milderen Strafen verurteilt: Zwangsarbeit und Kerkerhaft. Doch all diese drakonischen Strafen verbessern das Sicherheitsgefühl der einfachen Bürger immer weniger.
Als dann auch noch der Kämmerer Graulem von Atirr im Spätsommer beginnt, öffentlich Geld zu verschenken, scheint die Lage vollends außer Kontrolle zu geraten. Graulem wird zwar kurzerhand für einige Tage seines Amtes enthoben, aber in den Gassen von Herbergsbad greift die Meinung um sich, dass die Hoffnung nach einer neuen Regierung nur erfüllt wird, wenn Prinzessin Karasin vertrieben werden kann.
Wenige Tage vor dem endgültigen Fall von Prinzessin Karasin gelingt ihren Soldaten ein letzter Schlag gegen den Widerstand, von dem die Prinzessin denkt, dass sich damit das "Problem" der Aktionsfront ein für alle mal gelöst hat. Durch Verrat aus den eigenen Reihen werden fast alle Mitglieder der Aktionsfront Freies Almor festgenommen oder getötet.
Dabei stellt sich heraus, dass die Aktionsfront vom Gasthaus "Zum Roten Eber" nahe Alfersfurt aus operierte. Über 30 Personen gelangen in Gefangenschaft, unter ihnen auch Ernjulf Ebroer, von seinen Leuten nur Vater Freiheit genannt.
Alle Gefangenen werden schwerster Folter ausgesetzt, unter der sie auch die Aufenthaltsorte der letzten, noch flüchtigen Mitglieder verraten sollen. So gelingt es der Armee, noch weitere Freiheitskämpfer aufzuspüren. Doch zu spät: der Funke, der durch die Aktionsfront gelegt wurde, entzündet die Revolution, an deren Ende Prälat Anarkin die Prälatur Herbergsbad ausruft. Gestützt wird er dabei von Fürst Valeran aus dem Haus Garasteth, der nominell der Nachfolger von Karasin auf dem Herrschersitz des Fürstentums Herbergsbad wird. Hochkönig Xavener I. erkennt dies - wohl zähneknirschend - an, da er sich so erhofft, dass endlich die Abgaben aus Herbergsbad fließen, auf die der Thron in Kalstrand seit 9 Jahren wartet.
Wenig Beachtung finden die Ereignisse im Wald, die sich in diesem Jahr zutragen. Dabei hätte diese bei einem anderen Ausgang vielleicht eine Entwicklung in Gang gesetzt, die den Erfolg der Befreier von Herbergsbad letztlich zunichte gemacht hätte: Abenteurer verhindern, dass der Drache, den die Flan vor hunderten von Jahren im Wald als Gott verehrten, auf die Oerde zurück gelangen kann, um so seine grausame Herrschaft zu erneuern. Außerdem soll auch das Herz des Adri - der Lebensquell des Waldes - wieder auf der Oerde sein, so dass der Adri wohl nicht schwinden wird, wie er dies die letzten tausend Jahre getan hat.

Die aktuelle Lage in der Region

Westen und Nordwesten des Adri

Dieses Gebiet gehört zum Fürstentum Herbergsbad. Seine Westgrenze bilden die südlichen Ausläufer der Feuersteinhügel, während die östliche Begrenzung die Harfe ist. Dieser Teil steht nominell unter Fürst Valerans Herrschaft, aber bisher ist es ihm nicht gelungen, spürbaren Einfluss zu gewinnen. Besonders im Norden und im Süden herrscht Chaos - im Norden verursacht durch Humanoide aus der Knochenmark (mit denen Prinzessin Karasin ursprünglich ein Bündnis geschlossen hatte, das aber von beiden Seiten kaum beachtet wurde) und im Süden durch Untote, die sich in diesen Teil des Waldes geflüchtet hatten, nachdem das Große Königreich zusammengebrochen war. Der Westen ist geprägt von der nahen Grenze zu Nairond. Hier stehen sich starke Truppenverbände misstrauisch gegenüber. Die alten Handelswege über die Hügel sind zu unsicher geworden, und die Banditen und Humanoiden sind eine ständige Bedrohung für den freien Handel. Die Situation in den Waldgebieten östlich von Herbergsbad hat sich hingegen entspannt, obwohl der langsam wieder aufkeimende Handel mit Alfersfurt durch Banditenüberfälle nach wie vorgefährdet ist.

Norden des Adri

Dieser Bereich des Adri-Marklandes steht unter permanenter Bedrohung durch verschiedene Machtgruppen. Da sind zum einen die Humanoiden aus der Knochenmark und zum anderen die Häscher des Nördlichen Königreiches und ihre Verbündeten, die den Wald gnadenlos ausbeuten und arglose Bewohner entführen und als Sklaven auf den Märkten in Ostmarkt oder Kantersfeld verkaufen. Hier tun sich vor allem die Banditen aus Scharfenwall hervor, die sich als Verbündete von Überkönig Grenell I. sehen.
Die kleinen Barbarensiedlungen, die vor einigen Jahrzehnten von Flüchtlingen aus der Knochenmark gegründet wurden und ursprünglich für viele Probleme bei den Waldbewohnern sorgten, sind nun willkommene Partner im Kampf gegen diese Bedrohungen von außen. Genau genommen herrscht hier das Nördliche Königreich und nicht Ahlissa, das seinen Machtanspruch hier erst noch durchsetzen muss. Einen ersten Schritt dazu wird sicherlich die von Molil seit langem angestrebte Eroberung von Kantersfeld darstellen.

Osten

Die Gebiete rund um den Innerwald und den Kaltforst sind an sich schon gefährlich genug. Der ständige Grenzkonflikt zwischen dem Nördlichen Königreich und Ahlissa verschlimmert diese Situation jedoch eher noch. So fliehen viele Bewohner dieser Grenzgebiete in die Wälder, nur um feststellen zu müssen, dass die Gefahren der Wildnis denen des Krieges in nichts nachstehen. Auch Sklavenjäger aus dem Nördlichen Königreich, die aus dem nahen Kantersfeld kommen, stellten bis vor kurzem eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. Jedoch ist durch die Schwächung der Ortschaft Scharfenwall ein wichtiger Stützpunkt der Sklavenjäger praktisch nutzlos geworden. Prinz Molil, nomineller Herrscher des Adri-Marklandes, versucht derzeit Kantersfeld einzunehmen. Zwar wird dadurch wahrscheinlich der Strom der Flüchtlinge in den Wald abnehmen, aber für die Waldbewohner wird dies wohl bedeuten, dass sich Molil nun mit ungeteilter Aufmerksamkeit um die Angelegenheiten in seinem Herrschaftsbereich kümmern kann.

Süden

Dieser Bereich rund um Alfersfurt und im Süden davon galt seit der "Schlacht am Druidenborn" im Frühsommer 591 als relativ sicher. Ausnahme bildete nur die Siedlungen nahe dem südlichen Waldrand. Hier kam es immer wieder zur Sichtung von Untoten, und es gab Berichte, dass diese schon Dörfer überfallen und dem Erdboden gleich gemacht hätten. Dieses Problem schien mit der Niederwerfung Sir Molinars und seiner Untotenbande im Herbst 592 AZ gelöst zu sein. Jedoch gibt es seit dem Spätherbst 595 AZ wieder vermehrte Angriffe von Untoten, und es scheint, als hätten sie entweder den Kaltforst oder Alfersfurt zum Ziel. Ein alter Friedhof im Südosten scheint eine Quelle dieser Störenfriede zu sein.

Übersicht über die Gesamtlage im Adri-Wald

Allen genannten Bedrohungen ist gemein, dass durch sie lediglich die Gebiete am Rand des Waldes betroffen sind. Keiner feindlichen Macht ist es bis jetzt gelungen erfolgreich tiefer als 50 bis 100 km in den Wald vorzustoßen, und selbst dann waren solche Erfolge nur von kurzer Dauer. Für Außenstehende sind die Gefahren des Waldes so unermesslich, dass Unerfahrene schnell einen hohen Tribut für ihr Eindringen zahlen müssen. Aber die meisten ziehen bereits ihre Lehren daraus: Prinz Molil wird sicherlich kein zweites Mal einen langen Marsch vom Ostrand des Waldes riskieren, und die Humanoiden im Norden beginnen bereits Stützpunkte im Wald aufzubauen, um von dort gesichert in den Wald vordringen zu können.
Die Gerüchte über Aktivitäten des alten Drachenkultes und die handfesten Beweise, dass eine Sekte von Nerull- und Incabulos-Anhängern alles menschliche Leben im Adri auslöschen möchte, geben jedoch zu verstärkter Sorge Anlass.

Das Harfe-Becken

Nachdem Herbergsbad von Karasin befreit wurde, richtet sich die Aufmerksamkeit Valerans nun auf das Harfe-Becken. Mit der Unterstützung der neu ausgehobenen Truppen, welche die Grenzbefestigungen entlang der Harfe bemannen, nimmt er langsam Weiler für Weiler in seinen Besitz und ernennt Verwalter, die in seinem Namen für Ruhe und Ordnung (und für das Fließen der Abgaben) sorgen sollen. Die alten Gutshöfe verteilt unter den Helden, die sich besonders bei der Befreiung Herbergsbads und des Harfe-Beckens hervorgetan haben, die einfachen Bauernhöfe überträgt er an die Flüchtlinge, die noch im Land verblieben.
Jennden, Ralsand und die große Handelsstraße sind inzwischen gesichert, lediglich die aufmüpfige Kaufmannsgilde in Jennden gibt noch Probleme auf, die Graf Myrak aber in den Griff bekommen wird.
Die Invasion Almors durch Nairond und die Nähe dieser mächtigen Armeen stellt ein weiteres Konfliktpotenzial für diese Region dar, das Valeran aber hofft über Prälat Anarkin und seinen traditionell eher guten Beziehungen an den Hof in Rel Mord in den Griff zu bekommen. Allerdings könnte die Wiederherstellung eines Teils des alten Almors mit der Prälatur von Herbergsbad auch zu Irritationen geführt haben…


Herbergsbad

In der Stadt herrschte seit dem Betritt zum Königreich Ahlissa lange Jahre eine gespannte Ruhe (wenn man von den Aktionen der Aktionsfront Freies Almor einmal absieht). Es scheint als würde sich die wirtschaftliche Lage, die seit 584 AZ katastrophal war, langsam wieder verbessern und auch die gelegentlich unberechenbare Stadtregierung schien ungewöhnlich zuverlässig zu arbeiten. Da aber viele Bürger wussten (oder zumindest ahnen), dass Prinzessin Karasin nicht ganz freiwillig Ahlissa beigetreten war, rechneten viele mit einiger Unruhe.
Ende des Jahres 598 offenbarte sich dann immer mehr, dass Karasin die Stadt mit harter Hand regieren wollte und dabei auch nicht vor dem Einsatz von mehr oder weniger subtiler Gewalt zurückschreckte. Und um ihre eigene Situation zu verbessen, ließ sie einige abscheuliche Verbrechen begehen.
Aber mit der Revolution von 598 AZ wurde das alte korrupte System hinweggefegt, und mit Fürst Valeran und Prälat Anarkin stehen nun zwei Männer an der Spitze von Stadt und Fürstentum, die vernünftige Wege beschreiten werden, so dass die Sicherheit und der Wohlstand aller im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen dürfte.


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