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Die wichtigsten Ortschaften im Adri-Markland und dem Fürstentum Herbergsbad



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Das Adri-Markland


Alfersfurt


Der Marktflecken Alfersfurt wurde erst vor wenigen Jahrzehnten gegründet. Er liegt drei Tagesreisen östlich von
Herbergsbad entfernt, direkt am östlichen Ufer der Harfe auf einer Sandbank.
Der Name Alfersfurt leitet sich natürlich von der hier vorhandenen Furt ab. Diese Furt verbindet die früh von Menschen erschlossenen Teile des westlichen Adri mit den Bereichen in denen - zurecht - mystische Orte der Elfen vermutet wurden und so entstand der Namen Elbenfurt - Alfersfurt.
Hier sollte einstmals der Handel der Adri-Gebiete des Großen Königreiches mit Herbergsbad gebündelt werden. Außerdem versprachen sich die Oberkönige von einer Garnison im Adri eine leichtere Kontrolle der - schon damals eigenwilligen - Bewohner des Adri. Beides gelang nicht. Zwar wird hier ein Teil des Handels aus dem südlichen und westlichen Adri abgewickelt, aber die nördlichen und östlichen Teile des Adri handeln - wie seit Jahrhunderten üblich - direkt mit ihren Nachbarn. Und die Bewohner des Adri haben Alfersfurt sehr schnell zu "ihrer" Stadt gemacht. Heute setzt kein Beamter des Großen Königreiches (bzw. seiner Nachfolgestaaten) mehr einen Fuß auf Alfersfurter Boden.
Seit dem Ende der Graufalk-Kriege ist Alfersfurt Sitz des Waldläuferführers Parren Ludern. Er ist zwar weder Dorfältester noch Bürgermeister, aber seinem militärischen und diplomatischen Geschick hat es Alfersfurt zu verdanken, dass es nach wie vor unabhängig ist. Hatte unmittelbar nach den Kriegen Prinzessin Karasin Anspruch auf Alfersfurt erhoben, so ist nach dem Anschluss von Karasins Fürstentum an Ahlissa offiziell Prinz Molil Herrscher des östlichen Adris, mit Alfersfurt als wichtigstem Ort. Aber nicht zuletzt seit der Schlacht im Frühsommer des Jahres 591 AZ ist klar, dass Anspruch und Wirklichkeit für Molil hier weit auseinander klaffen.
Unter Parrens Führung wurde Alfersfurt auch wehrhaft auf einen Angriff vorbereitet. Bereits vor dem Ende von Almor begann man mit dem Ausheben eines Flutgrabens. Dieser ist heute etwa 1,20 m tief. Auf den ersten Blick mag dies harmlos wirken, und so ist es auch beabsichtigt! Am Boden des Grabens sind mit Metallspitzen bewehrte Speere angebracht, die bis kurz unter die Wasserfläche ragen. Im Laufe der Zeit sind diese Spitzen natürlich angerostet, was ihre Gefährlichkeit nur weiter erhöht, da nun zu jeder Verletzung auch noch eine Blutvergiftung kommen kann. Die bestehende Palisade wurde ausgebessert und auf eine Höhe von mehr als 4 Metern gebracht. Außerdem wurden in sie einige Türme und ein umlaufender überdachter Wachgang integriert. Der Ort verfügt über ein hölzernes Torhaus mit einer Zugbrücke, die den einzig sicheren Zugang vom Adri aus über den Flutgraben hinweg bildet. Weitere Zugänge sollen existieren, sind der Allgemeinheit jedoch nicht bekannt.
Zum Schutz von Alfersfurt lässt Parren seine Waldläufer patrouillieren; außerdem wachen einige Dutzend versierter Bogenschützen der Miliz auf der Palisade des Ortes. Es gibt zwei junge Magier namens Isenburt und Lockmalt sowie eine Handvoll Priester der Ehlonna und anderer Götter, so dass der Ort gut mit minderstarker Magie verteidigt werden kann.
Da zwischen den Verteidigungsanlagen und dem Wald viele Felder liegen, kann sich praktisch niemand dem Ort nähern, ohne dass ihn die wachsamen Augen der Besetzung der Palisaden entdecken würden.
Alfersfurt ist praktisch kreisrund angelegt. Direkt hinter dem Torhaus kommt der große Marktplatz, auf dem seit wenigen Monaten wieder jede Woche am Sterntag Markt abgehalten wird.
Am Marktplatz findet man auch den einzigen Gasthof in Alfersfurt, den "Darbenden Druiden". Schon am Namen dieses Etablissements lässt sich ablesen, was die Alfersfurter von den Druiden halten, sind sie doch eher der Ehlonna-Priesterschaft zugetan. Ein zweiter Gasthof liegt außerhalb von Alfersfurt auf der anderen Seite der Harfe: der Gasthof "Zum Roten Eber".

Die Geschichte des Gasthofes "Zum Roten Eber"

Der Gasthof "Zum Roten Eber" war ehemals eine Grenzstation von Almor. Da früher die Harfe bis hierher schiffbar war, legte man im Jahr -99 AZ ein kleines Fort mit einer Anlegestelle an, um den Adri von hier aus zu erforschen. Nachdem die Harfe mehr und mehr versandete und die Landwege zur Versorgung der Station zu gefährlich wurden, verfiel die Station langsam. Erst um das Jahr 410 AZ herum - Herbergsbad war gerade Teil von Almor geworden - begann man sich wieder für die Ruine zu interessieren. Als dann auch noch das Große Königreich auf dem gegenüberliegenden Ufer seine Handelsniederlassung Alfersfurt etablierte, kam man in Thingplatz auf die Idee, hier eine Zoll- und Grenzstation zu errichten. Diese wurde dann auf den Ruinen der alten Forschungsstation errichtet. Kaum 30 Jahre nach der Errichtung gab man das Bauwerk wieder auf, da das Große Königreich die Existenz von Alferfurt vergessen hatte und der Handel zwischen Alfersfurt und Herbergsbad nicht genug Umsatz brachte, um eine Zollstation zu rechtfertigen.
Etwa um diese Zeit kam Savir Ebroer aus dem hohen Norden in diese Gegend. Er war es leid, weiter auf Abenteuer zu ziehen, und er fand die ausgestorbene Grenzstation genau richtig, um sich mit seinem kleinen Clan hier niederzulassen.
Sein Nachfahr
Ernjulf stieß beim Bohren eines Brunnens auf die Kellergewölbe der alten Forschungsstation (oder besser auf die eigentliche Forschungsstation, da diese beim Bau der Grenzstation einfach mit Erde und Aushub aus der Harfe überschüttet wurde) und baute sie zu einem Versteck seiner Geheimorganisation Aktionsfront Freies Almor aus. Ernjulf starb während der Befreiung von Herbergsbad. Sein Sohn Wulfgar wird den Gasthof wohl weiterbetreiben.

Ebenfalls am Markt liegt das größte Gebäude von Alfersfurt und eines der wenigen, die aus Stein erbaut wurden: das Rathaus. In der Gründungszeit war dies der Sitz des Gouverneurs aber nachdem dessen Macht schwand und er von einer Dienstreise an den Hof in Rauxes nicht zurück kehrte, machten die Stadtbewohner es zu ihrem Rathaus. Hier tagt der Rat der Stadt, dem sieben auf sieben Jahre gewählte Bürger angehören. Es ist auch Sitz des Bürgermeisters und der Miliz mit ihrem Anführer Parren Ludern. Das Gebäude beherbergt die zentrale Waffenkammer des Ortes (obwohl die meisten Angehörigen der Miliz ihre Bögen und Äxte zu Hause aufbewahren) und die vier großen Gemeinschaftszellen des Ortsgefängnisses. Der Rat der Stadt bildet auch gleichzeitig die Gerichtsbarkeit des Ortes, der am Mondtag jeder Festwoche tagt und über die juristischen Streitfälle der Bürger und die Verbrechen zu Gericht sitzt, in denen der Bürgermeister oder der Anführer der Miliz Anklage erhoben hat.
Bürgermeister des Ortes ist Hilman Obrut. Er wurde im Jahr 594 AZ zum vierten Mal in Folge in dieses Amt gewählt. Üblicherweise handelt er mit Fellen und Lederbekleidung. Er hat bei seinem ersten Amtsantritt Parren Ludern zum Anführer der Miliz ernannt und hat diesen Schritt bisher nicht bereut. Dem Rat der Stadt gehören an: Arluise Demgen - Fischerin, Klous Erden - Bogenmacher, Quentin Herseball - Waldbauer, Ernston Mältzer<(a> - Besitzer der Alfersfurter Waldbrauerei, Tilman Obrut - Wirt des "Darbenden Druiden" und Vetter von Hilman Obrut, Isiltraut Sirno - Unabhängige Waldläuferin, Lisara Ulmeck - Priesterin der Ehlonna. Bis zu seinem grausamen Tod in einem Foltergefängnis in Herbergsbad gehörte dem Rat noch der Wirt des Roten Ebers, Ernjulf Ebroer, an. Sein Sitz soll bis zur nächsten Wahl leer bleiben.
Die Aufzählung der am Marktplatz gelegenen Häuser wäre nicht komplett, wenn man den Tempel der Naturgottheiten vergäße. Vor allem Ehlonna wird hier verehrt, aber in den Alkoven des Tempels findet man auch die Schreine anderer Naturgottheiten. Von jeder dieser Gottheiten befindet sich ein Priester vor Ort, der sich um die Angelegenheiten der Gläubigen kümmert. Ausnahme bildet auch hier Ehlonna, von der gleich mehrere Priester im Ort ansässig sind und die Gemeinden in der Umgebung von hier aus mitbetreuen. Höchste Priesterin der Ehlonna ist Lisara Ulmeck, der eine Liebschaft mit dem Krieger-Barden Lukan dem Eber nachgesagt wird und die auch einer Gruppe, die sich "Krieger der Jägerin" nennt, angehören soll.
Damit auch die Händler und Reisenden, die den Ort besuchen zu ihren Göttern beten können, gibt es noch weitere Schreine, die an den Außenwänden des Tempels aufgestellt sind. So findet man hier auch die Möglichkeit, zu Rao, Heironeous, Zilchus und anderen nicht-bösen Gottheiten vor allem des oeridianischen Pantheons zu beten.
Der Rest des Ortes besteht aus kleineren Holzhäusern, in denen die Menschen den unterschiedlichsten Berufen nachgehen. Es gibt:
* Bauern, die außerhalb von Alfersfurt Felder bewirtschaften;
* Schaf-, Kuh- und Gänsehirten, die ihnen anvertraute Tiere regelmäßig auf die nahegelegenen Weiden treiben;
* Fischer, die aus der Harfe reichlich Ertrag ziehen;
* Jäger, die mit ihren regelmäßigen Jagdzügen in den umgebenden Wald die Nahrungsgrundlage für die mehr als tausend Einwohner des Ortes legen;
* zwei Bogenmacher, denen es gelegentlich gelingt, die eine oder andere Meisterarbeit herzustellen, wenn sie die richtigen Werkstoffe geliefert bekommen;
* drei Gerber, die angelieferte Tierhäute und -felle veredeln;
* einen Rüstungsmacher, der auf das Herstellen von textilen und ledernen Rüstungen spezialisiert ist, da die Nachfrage nach Metallrüstungen zu gering ist;
* einen Werkzeug- und Waffenschmied, der aber wegen der meist schlechten Metallqualitäten vor Ort nur wenig hochwertige Waffen herstellen kann - und dann meist Äxte oder Beile, da diese auch einen Nutzen als Werkzeuge haben;
* ein Müller produziert Mehl (dessen Korn entweder von den Gutshöfen um Alfersfurt oder Händlern stammt) für die Gemeinschaftsbackstuben des Ortes;
* einen Brauer, der in seiner kleinen Brauerei ein hervorragendes naturtrübes helles Bier produziert;
* einen Brenner, der aus Kräutern und Waldfrüchten, aber auch aus dem Getreide der Gegend hochprozentige Getränke produziert, die ebenso wie das Bier in den beiden Gasthöfen serviert werden und - seitdem der Handel wieder floriert - an Herbergsbader Gaststätten exportiert wird;
* Honigsammler, die bei den Bienenvölkern des Waldes ernten und den Honig und Met, den sie daraus gewinnen auf dem Markt verkaufen;
* Händler für verschiedene Rohstoffe (Felle, Holz, Samen, Kräuter etc.).
Außerhalb des Ortes findet man außer dem "Roten Eber" nur noch zwei befestigte Gutshöfe, die direkt an der Harfe liegen und den Ort mit dem Nötigsten versorgen. Zum Schutz gegen Banditen und Humanoiden sind hier immer einige Waldläufer oder Mitglieder der Miliz stationiert. Etwa eine Tagesreise östlich von Alfersfurt befindet sich außerdem die kleine Waldmenschensiedlung Sicherwald, die für die Waldläuferpatrouillen das östliche Ende ihrer Route bildet.
Der Handel in Alfersfurt lag lange Zeit praktisch brach, da es keine beständige Verbindung zur Außenwelt gab. Nachdem jedoch Prinzessin Karasin offiziell keinen Anspruch mehr auf Alfersfurt erhob, sah sie keinen Nutzen mehr darin, den Handel mit dem Ort weiter zu blockieren. Vor allem, da sie für das von vielen Handelsrouten abgeschnittene Herbergsbad dringend Güter benötigte. So hat Parren Ludern die Chance genutzt, und seit dem Frühjahr des Jahres 591 gibt es wieder einen regelmäßigen Güteraustausch zwischen Herbergsbad und Alfersfurt. Dieser war zwar lange Zeit offiziell immer noch illegal, aber da die Stadtwache von Herbergsbad direkt Karasin unterstellt war, wurde diese Schmuggeltätigkeit (sehr zum Ärger von Prinz Molil) nicht unterbunden. Im Gegenteil hatten Karasins Wachen und Milizen sogar die Anweisung in Zweifelsfall die Kaufleute zu unterstützen, so lange ihnen nicht bekannt war, dass diese Handel mit Alfersfurt trieben. Von weiteren Orten außerhalb des Adri war Alfersfurt aber immer noch abgeschnitten. Seit der Befreiung Herbergsbads bestehen jedoch berechtigte Hoffnungen, dass der Handel offiziell eröffnet wird und auch über die Handelsstraße von Herbergsbad Richtung Süden zugelassen sein wird. Mindestens jedoch Jennden und Ralsand werden erreichbar sein. Die Unterstützung aus Nairond bleibt jedoch eingestellt, da Herbergsbad immer noch ein Teil des Vereinigten Königreichs von Ahlissa ist.
Die Jäger von Alfersfurt sind gezwungen, für die Nahrungssuche tagelang in den Wald zu gehen, da eine Siedlung dieser Größenordnung sich nicht allein mit Fischen und Viehhaltung am Leben erhalten kann. In einem Radius von 30 km östlich der Harfe gibt es entlang der am meisten genutzten Jagdpfade Waldhütten, die bei solchen Vorstößen zur Rast und als Schlafplatz genutzt werden. Hier hinterlässt man in der Regel etwas Nahrung und Wasser für spätere Benutzer. Einige dieser Hütten verfügen über winzige versteckte Zimmer unter dem Boden, welche in mühevoller Arbeit ausgehoben wurden. Eine unter Stroh oder ähnlichem versteckte Falltür verschafft Zutritt. Einige der Waldmenschen schlafen in diesen winzigen lichtlosen Räumen in der Hoffnung, bei einem Überfall von Banditen in Sicherheit zu sein - die Banditen nehmen dann vielleicht nur die Vorräte und verschwinden wieder. Einige Leben sind so sicher schon gerettet worden, obwohl die Orks, die im Wald leben, bereits Kenntnis von dem Trick erlangten und nun gezielt nach solchen Falltüren suchen. Jemand, der in einem solchen Zimmer angetroffen wird, ist aber nicht zwangsläufig ein leichtes Opfer, denn normalerweise sind die Falltüren durch Armbrüste gesichert, wenn jemand darin übernachtet.
Alfersfurt ist die erste Anlaufstelle, wenn Abenteurer eine der bekannten Persönlichkeiten des Adri suchen. Parren Ludern ist normalerweise hier, und er weiß, wo sich andere wie Lisara Ulmeck und Lukan der Eber befinden, wenn sie nicht selbst in Alfersfurt sind.


Erianrhel


Erianrhel ist die Ruine einer ehemaligen Baumhaussiedlung der Waldelfen, die vor langer Zeit, als der Kaltforst entstand, verlassen wurde. Lange schon sind nun die Häuser dicht überwuchert von Kletterpflanzen, Ranken und Moos, und die Elfen ließen wenig zurück.
Waldmenschen und auch die Humanoiden des Adri wagen sich nie näher als einige Kilometer an Erianrhel heran, da sie fürchten, dass irgendeine Bezauberung der Elfen oder Feen sie aus der Welt der Sterblichen reißen würde und sie nie wieder einen Weg zurückfinden könnten.
Waldläufer und Druiden hingegen wissen, dass dies ein Aberglaube ist, denn es gibt hier durchaus Feenwesen - aber sie sind nicht feindselig.
Der wichtigste Bewohner Erianhrels ist ein junger Baumhirte namens
Elmennanibinaquen ("Elmen" für Menschen); versucht man sich an einer Übersetzung in eine für Menschen verständliche Sprache, gelangt man in etwa zu "Noch-nicht-ganz-ausgewachsener-Ulmenbau-voller-Neugier". Für einen Baumhirt ist Elmen freundlich und gesprächig, doch seine angeborene Fähigkeit Gesinnungen zu erkennen, lässt ihn alle bösen Leute meiden. Elmen ist auf seine Art so etwas wie ein Weiser unter den jüngeren Baumhirten und ihm stehen telepathische Fähigkeiten zur Verfügung; beispielsweise kann er nach Belieben Gedanken lesen. Elmen weiß über Ereignisse im Innerwald Bescheid und kann auch viel über den Großholzwald sagen. Gywdiesin (der alte Barde aus dem Großholzwald) ist dort gewesen, und Elmen sagt anerkennend von ihm, er sei der einzige Mensch, den er jemals getroffen habe, der verstanden habe, "dass ein Gespräch erst anfängt interessant zu werden, wenn die Sonne in seinem Verlauf zweimal untergegangen ist." Mit Elmen befreundete Feen, Kleintiere und Vögel sind bestens über alles auf dem Laufenden, was in ihrem Revier vor sich geht, und helfen allen Waldbesuchern von guter Gesinnung und denen, die aktiv den Wald verteidigen wollen.
Erianrhel wurde im Jahr 597 AZ von einigen Abenteurern "wiederentdeckt". Sie bestätigen vieles, was über diesen verlassen Ort gesagt wird. Nachdem sie erfolgreich den Tempel der Hanalil Celanil erneut geweiht haben, besteht die allgemeine Hoffnung, dass wieder Elfen in diesen Ort zurückkehren und er erneut erblüht.


Goldklamm

In einem schmalen, vielleicht 25 Kilometer breiten Streifen des Waldes schneiden sich felsige Schluchten so tief in das Land ein, dass der Grund dieser Spalten bis zu einigen hundert Metern unterhalb des Waldbodens liegt. Einige dieser Abgründe beherbergen weitläufige Höhlensysteme. Hier findet sich eines der größten Naturwunder des Adri: die Goldklamm. Lange Zeit war dieses Gelände ein unerforschtes Mysterium, nur wenigen tapferen Forschern bekannt, doch seid zu Beginn des Jahres 596 AZ mehrere Abenteurergruppen den Gefahren dieses Ortes trotzen mussten, stehen ausführlichere Berichte zur Verfügung, die sich langsam in Herbergsbad und im Wald herum sprechen.
Die Klamm wirkt auf den ersten Blick wie eine offene Wunde in der Landschaft. Die Spalte ist um die 200 Meter tief, mal nur ein paar Meter, mal einige Dutzend Meter breit; unten tost das Wasser und füllt den Boden der Schlucht vollständig. Kein Vogel scheint sich zwischen diese Felswände zu verirren.
Die Goldklamm ist vor allem deswegen gefährliches Terrain, weil sich der Verlauf der Schluchten ständig zu verändern scheint, sie sich schließen und wieder neu aufbrechen. Manchmal geschieht das so schnell, dass man dabei zusehen kann. Dann verschieben sich ganze Wandpassagen, und immer wieder fallen Steinbrocken platschend in das weiß schäumende Wasser. Die Wenigen, die jemals dort waren, berichten von einem Höhleneingang, tief unten auf der westlichen Seite der Schlucht, vor dem sich ein Vorsprung befindet, der einige Meter über dem Wasser liegt. Während überall sonst die Schlucht sich unaufhörlich bewegt, als würde sie leben, scheinen dieser Höhleneingang und dieses Podest seltsam unversehrt zu sein - ganz so, als würde etwas die ständige Bewegung der Felsen aufhalten.
Der Abstieg, so berichten jene, denen er gelungen ist, sei ausgesprochen gefährlich - eine mit nichts Anderem zu vergleichende Aufgabe. Es geht die Sage, dass tief unterhalb dieser Spalten mächtige Erdelementare leben und manche, die sich weiter in dies Spalten wagten, berichten, dass die tiefen Höhlen auch Zeichen gnomischer Aktivität aufweisen. Hier gibt es nachweislich auch Zugänge zur Unteroerde, jedoch verändert sich die Lage dieser Zugänge ständig, so dass sie bisher nicht erforscht werden können. Gleichzeitig scheint diese Dynamik aber auch dazu zu führen, dass keine Gefahren von unten an die Oberfläche dringen können.
Die Goldklamm erhielt ihren Namen, als man neben einigen Ablagerungen von Mondstein und Chrysoberyll Adern dieses wertvollen Edelmetalls fand. Doch nur wenige versuchen diese Schätze zu bergen, da die Bewegung der Schluchten und Höhlen Minenarbeit unmöglich macht und die Gefahr, dort in den Tiefen lebendig begraben zu werden, einfach zu groß ist. Daher sgibt es im näheren Umkreis keine einzige Siedlung der Waldmenschen.
Das Besondere an der Goldklamm aber ist, dass sie eine Art Verbindung zur Elementarebene der Erde darstellt. Dies erklärt zum Einen die Anwesenheit der ungewöhnlich vielen Erdelementarwesen in und um die Klamm herum. Zum Anderen aber bewirkt es, dass in zufälligen Abständen in der Klamm die Gesetze der Erdelementarebene gelten. Dies wiederum bedeutet, dass jegliche Bewegung in der Luft unmöglich wird. Entsprechend hören Flugzauber auf zu wirken, desgleichen Magische Teppiche oder andere magische Utensilien, die eine Fortbewegung in der Luft ermöglichen. Gleiches gilt aber auch für natürliches Fliegen, sei es durch entsprechende Zauber oder durch die Gestaltwandelfähigkeiten eines Druiden. Daher sieht man auch keinerlei Vögel in der Luft über der Klamm.


Lynaria


Lynaria ist eine der wenigen Elfensiedlungen, die es im Adri gibt. Und wie alle diese Siedlungen ist sie wenig älter als zwei- oder dreihundert Jahre. Zu schrecklich waren die Geschehnisse, die zur Entstehung des
Kaltforstes führten. Und es dauerte viele hundert Jahre, bis sich wieder Elfen in diesem Wald ansiedeln wollten.
Diesen Ort zu finden ist gar nicht so leicht: Wer durch Lynaria reist und nicht zufällig nach oben sieht, läuft Gefahr, es gar nicht zu bemerken. Zwischen den Bäumen und Büschen des Waldes sind hier nur ein paar flache Hügel zu erkennen, die, erst wenn man genauer hinsieht Eingänge besitzen. Der Rest des Ortes befindet sich ungefähr 10 m über dem Boden. Dort sind, mit den Bäumen verwoben, kleine Holzhütten in die Äste gebaut, die durch Hängebrücken und Seile verbunden und über ein paar versteckte Strickleitern zu erreichen sind. Insgesamt gibt es hier vielleicht ein Dutzend Hütten, die den fast fünf Dutzend Elfen als Wohnung dienen. Hier leben auch Alystin und Darsillas Quillarion sowie viele andere Mitglieder der "Vereinigung der Falken" und ihrer Unterorganisationen. Die Erdhügel stellen sich bei näherer Betrachtung als eine Stallung und eine Schmiede, Werkstatt oder ähnliches heraus.


Rotholz


Dieser kleine Ort liegt etwa 50 km vom südwestlichen Waldrand entfernt. Etwa 10 Jahre vor den
Graufalk–Kriegen nahmen die Übergriffe der Waldarbeiter und der Landbesitzer von jenseits des Waldrandes auf die am Waldrand siedelnden Waldmenschen immer mehr zu. Daraufhin beschlossen 18 Familien tiefer im Wald eine befestigte Siedlung zu bauen. Sie fanden einen Ort, an dem ungewöhnlich viele Bronzeholzbäume, die sie für den Bau der Häuser und einer Palisade nutzen wollten, standen. So nannten sie folglich den Ort: Rotholz.
Der Ort erreichte traurige Bekanntheit als im Hirtmond des Jahres 591 AZ viele der Bewohner von geheimnisvollen Fremden, unter denen sich auch ein Ritter des Beschützerordens und zahllose Untote befunden haben sollen, entführt werden. Kurz vor der Schlacht am Druidenborn, konnte eine kleine Gruppe Abenteurer einen Teil der Entführten wiederfinden und befreien. Als dann gegen Ende des Herbstes im Jahr 592 AZ eine weitere Gruppe von Abenteurern Rotholz besuchte, lebten dort nur noch wenige, vollkommen verängstigte Menschen.
Einige Wegstunden vom Ort entfernt fanden sie eine im Aufbau befindliche Festung des ehemaligen Beschützerritters Sir Molinar. Von dort überfiel er laufend Rotholz und andere Waldmenschensiedlung im Südwesten des Adri, um Opfer für dunkle Rituale und seine Untotenarmee zu finden. Es gelang den Abenteurern das Übel zu beseitigen und die Festung zu schleifen.
Vielleicht wird sich die Ortschaft wieder erholen und die Überlebenden ein friedliches Leben führen können.


Scharfenwall


Scharfenwall hat seinen Namen von der Palisade, die das Lager umgibt, denn jeder der Baumstämme, aus denen dieser Wall besteht, endet in einer scharfkantigen Feuersteinspitze. Innerhalb dieses Walls steht ein wehrhafter Turm in der Mitte des Platzes, der im Jahre 585 AZ, als das letzte Mal gesicherte Informationen aus Scharfenwall übermittelt würden, von weiteren zwölf Holzhütten umgeben war.
Neuste Erkenntnisse von Abenteurergruppen, die auf der Spur als Sklaven entführter Bewohner des Walddorfs
Zweieichen Scharfenwall erkundeten, beschreiben eine völlig veränderte Lage: Der zentrale Turm ist immer noch Bestandteil der Anlage, wurde aber ausgebaut und verfügt nun sogar über ein Steinfundament, das bis zum ersten Stockwerk reicht. Aus den ursprünglich zwölf Holzhütten sind mittlerweile fast 40 geworden; hinzu kommen noch einmal knapp halb so viele, die als Lagerräume, Stallungen oder Sklavenpferche dienen. Die Palisade, nach der der Ort seinen Namen bekam, wurde gleichfalls ausgebaut und verstärkt. Ein tiefer Graben umgibt nun zusätzlich die Siedlung.

Aufgebaut wurde dieses Lager von einer Gruppe ruchloser Männer aus den Banditenreichen, die vor den Heeren des Iuz weit in den Nordwesten geflohen sind. Ihr Anführer ist ein Räuber namens Kavern Egriassen, der seine Macht in den letzten zehn Jahren stark gefestigt hat. Kavern und sein Leute sind gut bewaffnet und bestens ausgerüstet. Unter ihnen gibt es einen, der früher im Wildwucherwald lebte und sich daher gut mit Wildpflanzen und ihren Verwendungsmöglichkeiten auskennt. Er braut pflanzliche Gifte, die lähmen oder auf andere Weise kampfunfähig machen, und die Banditen bestreichen damit Speere und Pfeile. Auf regelmäßigen Steifzügen suchen sie nach Waldmenschen, die sie dann mit ihren vergifteten Waffen und mit Netzen überwältigen, um sie (zumeist in Kantersfeld) als Sklaven zu verkaufen. Kavern wird von Hastern von Kantersfeld geduldet, denn einerseits bringt er regelmäßig Sklaven in die Stadt und andererseits gefährdet er Hasterns Truppen nicht. Im Gegenteil verkauft Kavern diesen Truppen sogar Nahrung und versorgt deren Anführer gegen Bezahlung mit Informationen.
Innerhalb von Scharfenwall gibt es mittlerweile vier rivalisierende Gruppierungen, die sich gegenseitig belauern und versuchen, den anderen ihre Beute, sprich Sklaven, abzujagen. Kavern herrscht über diese Gruppierungen mit eiserner Hand und hat es bisher immer geschafft, die Kontrolle zu behalten. Er läßt diese Machtkämpfe zu und fördert sie sogar zum Teil. Dadurch verwenden die Leute ihre Kraft und Energie nicht darauf, Kaverns Machtanspruch in Frage zu stellen. Bisher kam es nur einmal vor, daß eine der Sklavenjägergruppen versuchte, Kavern seine Herrschaft streitig zu machen. Aber diesen Versuch hat er mit einer unglaublichen Brutalität und Grausamkeit niedergeschlagen, daß seither keiner mehr einen entsprechenden Versuch gewagt hätte. Trotz dieser Rivalitäten untereinander halten die Banditen von Scharfenwall doch zusammen, wenn eine Bedrohung von außen kommt.
In jüngster Zeit allerdings scheinen sich ihre Geschicke zum Schlechteren zu wenden: Man munkelt, dass auf mysteriöse Weise alle ihre Sklaven wie durch Magie verschwunden seien, und seit kurzem liegt der Ort unter einer permenenten Schlechtwetterfront, die nur auf Scharfenwall begrenzt zu sein scheint.

Sicherwald


Etwa zwei Tagesreisen östlich von Alfersfurt liegt das von einem menschlichen Druiden Obad-Hais und einer elfischen Priesterin der Ehlonna erbaute Fort Sicherwald.
Fünf Familien leben von den Früchten des Waldes und ein bisschen Viehzucht. Die wenigen Reisenden, die sich hierher verirren, sind ebenso gerne gesehene Gäste wie die Patrouillen aus
Alfersfurt, die hier ihren östlichsten Wegpunkt im Wald haben und regelmäßig im Fort übernachten.
Anführerin der Bewohner Sicherwaldes ist die elfische Ehlonna-Priesterin Shalast Bishederry, die in der ganzen Gegend als erfahrene Heilerin bekannt ist.

Unterlind

Unterlind ist ein kleiner Weiler, der etwa zwei Tage südlich von Alfersfurt und 3 Tage südwestlich von Sicherwald liegt, fernab jeglicher Strassen. Es leben etwa 3 Dutzend Menschen flanischer Herkunft in dem Ort.

Zweieichen

Zweieichen, ein kleines, von einer Palisade gesäumtes Örtchen im Nordosten des Adri, trat Ende des Jahres 594 AZ zum ersten Mal in das Licht einer größeren Öffentlichkeit, als eine von Herbergsbad ausgesandte Expedition auf der Suche nach
Oromandia Sturmwind den Ort durchquerte. Als Ergebnis entstand dort ein Moradin-Schrein, mit dem die Anwohner, die zu Ehlonna und Obad-Hai beteten, anfangs eher wenig anzufangen wussten.
Anfang 596 AZ wurde das Dorf von Sklavenjägern aus Scharfenwall überfallen und etwa die Hälfte seiner Bevölkerung entführt. Dabei wurde das große Holztor der Palisade zerstört sowie die drei Schreine entweiht. Nach der Befreiung der Sklaven durch Helden des Adri befindet sich Zweieichen im Moment in der Wiederaufbauphase. Thoran Dickschädel, menschlicher (!) Paladin des Moradin, hat bereits den Schrein des Zwergengottes wieder errichtet. Zudem ist im Rahmen der Befreiung der Sklaven hier auch ein Wegschrein des Fharlanghn entstanden.


Der Innerwald


Der Innerwald kann in drei Abschnitte unterteilt werden: den Kaltforst sowie zwei weitere, kleinere Gebiete dichten, undurchdringlichen Waldes. Der Kaltforst ist ein besonders merkwürdiger, grimmiger Ort voller Gefahren, doch auch die anderen beiden Teile des Innerwalds haben ihre Tücken.
Monster wie die Atterköppe und Lyrannikin sind eine stete Bedrohung in diesem Wald, doch an manchen sumpfigen Stellen treiben auch Irrlichter ihr Unwesen. Außerhalb des Kaltforstes gibt es zwar auch freundlichere Feenwesen, doch sie scheuen den Kontakt mit Menschen fast gänzlich und schenken nur einigen wenigen Druiden Obad-hais ihr Vertrauen. Seit einiger Zeit wird immer mal wieder eine Grüne Vettel beobachtet, die durch diese Waldgebiete streift. Ob sie etwas sucht oder sich vor etwas versteckt, ist nicht klar.
Früher einmal war dieser ganze Landstrich Teil eines weit größeren Abschnitts des Innerwaldes, und die Feen glauben, dass die Menschen schuld sind an dem schrecklichen Schicksal, das einen so großen Teil ihrer Heimat ereilte.
Der Schlüssel zu dieser Feindschaft liegt in der Sage über die Entstehung des Kaltforstes, die weit zurück in die Geschichte des Adri reicht.


Der Kaltforst


Im Herzen des heutigen Kaltforstes stand einst eine große und prachtvolle Stadt der Elfen. Gewirkt aus lebendigem Holz, Marmor, Silber und sogar Eis war die Stadt der Sommersterne die Heimat von fast 2000 Grauelfen. Es war ein zurückgezogenes, bedachtsames und mystisches Volk, das hier lebte, und es strebte nicht nach Herrschaft außerhalb seiner Heimat.
Zauberkraft und Wissen dieser Elfen überstieg alles, was in der heutigen Flanaess verstanden werden könnte. Durch einen einzigen Wink ihrer Hand konnte Königin Sharafere Wind durch all die endlosen Weiten des Waldes säuseln lassen, und auf ihren Ruf hin versammelten sich Einhörner, Baumhirten und all die Wesen des Waldes an ihrem glitzernden Palast.
Das Vergehen dieser Rasse ist eine schreckliche Tragödie, von der nur wenige Lebende wissen - und die, welche die Geschichte kennen, schweigen. Mordenkainen, Gwydiesin, Calendryen aus dem Vesve-Wald und die Weisen des Silberbogens auf den Lendore-Inseln sind unter diesen wenigen und vielleicht noch einige wenige Sterbliche mehr.
Damals empfing die Stadt der Sommersterne Botschafter der Ur-Flan. Schmeichlerische Worte kamen über die Lippen dieser Nekromanten, doch Sharafere erkannte die Gier nach magischer Macht in ihren Herzen und schickte sie weg. In ihrem Zorn und ihrem verzehrenden Verlangen, die Magie der Elfen zu besitzen, bestürmten die Nekromanten die Elfenstadt mit ihrer finsteren Magie. Feuer und Säure regnete vom Himmel. Teufel pirschten durch die Wälder. Aus der bloßen Erde brachen Buletten, Xorne und unzählige andere Monster hervor und stürmten gegen die Stadt an.
Sharafere wusste, dass ihre Stadt diesem Angriff würde standhalten können, doch der Wald ringsum wurde auf schwerste gepeinigt: riesige Flächen mit Bäumen waren entlaubt und die Leiber der Toten bedeckten den Waldboden. Endlos schien das Heer von Untoten und Monstern zu sein; Tausende der Angreifer wurden von den Elfen erschlagen und dennoch folgte eine Angriffswelle der anderen.
Sharaferes ältester Sohn, Darnakurian, ertrug dies nicht länger. Zwar war er bereits ein Magier, der unvergleichlich schien in der Kunst der Bezauberung, doch nun rief er viele Mächte von unserer wie von anderen Ebenen an, auf der Suche nach genug Macht, die Angreifer zurückzuschlagen. Und es antworteten ihm Stimmen aus den Tiefen der leeren Dunkelheit, die ihn verführten mit dem Versprechen, ihm eine unbeschreibliche Macht geben zu können, eine Macht, die die Ur-Flan vernichten und den Wald retten könne. Bald wurde Darnakurian finster und ruhelos, kaum unterbrach er seine Arbeit, memorierte mehr und mehr Sprüche in einem Wettlauf gegen die Zeit. Schließlich schuf er das entsetzliche Schwert, das die Elfen "Hunger" nennen. Mit ihm schritt er zum Thronsaal und bot es seiner Mutter dar als das Mittel mit dem die Elfen triumphieren und ihre Feinde in die Schlucht treiben würde. Doch Sharafere erschrak zutiefst, zu deutlich sah sie das Übel in diesem Schwert, das sich unter den Wogen magischer Macht, die es ausstrahlte, verborgen hielt und so befahl sie ihrem Sohn das bösartige Schwert zu vernichten, was Darnakurian völlig entgeisterte. Halb wahnsinnig vor bitterem Zorn darüber, was mit dem Wald geschah und tief enttäuscht davon, dass seine Mutter verabscheute, was er in unermüdlicher Arbeit erschaffen hatte, hob er sein Schwert und erschlug Sharafere im Palast des Himmels. Doch als er auf ihren toten Körper hinabsah, brach die Schwere seiner Tat über ihn herein, Wahnsinn überkam den Elfenprinzen und raubte ihm gänzlich den Verstand. Er floh in den Wald und traf auf eine Konklave der Nekromanten und hier besiegelte sich sein finsteres Schicksal.
Tausende fielen in wenigen Stunden durch Darnakurians Hand. Tief schnitt der Kreis der Zerstörung, der von seinem Schwert ausging, in die Reihen der Ur-Flan, brachte allen grausamen Tod, die seinen Pfad kreuzten und alle Ur-Flan, die noch konnten, verließen panisch den Wald.
Endlich schleppte sich der Elfenprinz zurück zur Stadt. Doch der Kampf hatte Darnakurian so sehr geschwächt, dass Hunger vollständig Kontrolle über ihn erlangte und so wendete sich Sharaferes Sohn gegen sein eigenes Volk, Hunderten brachte das Schwert den Tod. Jeder der Grauelfen der Stadt der Sommersterne, der nicht sein Heil in der Flucht suchte (und niemals wiederkehrte), kam an diesem dunklen Tag um.
Die Stadt der Sommersterne, die einst im Herzen des Kaltforsts lag, ist heute einfach verschwunden, vergangen wie die Magie, die in ihr bewahrt war. Manche sagen, dass die Ruinen noch irgendwo in den Schwindenden Landschaften - Gebieten, die zwischen den Ebenen existieren oder eigene Ebenen bilden - stehen, doch wo sich das Portal dorthin befinden soll, weiß niemand. Alles von dieser Stadt ist von der Oerde verschwunden - bis auf Prinz Darnakurians Turm. Von den Elfen wird er "Bitterkeit" genannt, und in ihrer Sprache ist das Wort wesentlich doppeldeutiger als in der Handelssprache. Gleichzeitig erinnert es an die furchtbare Tragödie, die hier geschehen ist, und verweist zudem auf die außerordentlich bittere Kälte, die dem Kaltforst seinen Namen gab.
Im gesamten Kaltforst steigt die Temperatur nie über den Gefrierpunkt, doch wenn man sich weiter seinem Zentrum nähert, wird die Temperatur schlichtweg unerträglich: alle Pflanzen hier sind zu starren, blattlosen Formen gefroren – getötet von dem schwarzen Dauerfrost, der alles bedeckt. Selbst Zaubersprüche wie Elementen trotzen oder magische Gegenstände wie die Winterlandstiefel können diese bittere Kälte weder aufheben noch können sie Charaktere vollständig vor ihr schützen.


Die Sternenwächter


Die geheimnisumwitterten Sternenwächter bewachen den nicht minder mysteriösen
Kaltforst. Selten bekommt man einen dieser Elfen zu Gesicht und meist ist das Zusammentreffen eher unerfreulicher Natur. Die Sternenwächter warnen Fremde, den Kaltforst nicht zu betreten und berichten ihnen von den Gefahren, die er birgt. Sie sprechen weder über sich selbst noch darüber, was der Kaltforst wirklich beherbergt. Alles was sie preisgeben ist, dass großes Übel und Gefahr dort lauern, und dass die magische Stasis, die dieses Übel dort festhält, nicht gestört werden darf. Sie werden niemandem gestatten, in den Wald einzudringen.
Gelegentlich kommt es vor, dass einer der Sternenwächter aus dem schwierigen Dienst ausscheidet und zurück auf die Lendor-Inseln geht, von wo die meisten der heutigen Sternenwächter stammen. Dann wird aus den Kandidaten der Sternenwächter eine würdige Nachfolgerin erkoren... Diese Kandidaten werden von einem Netzwerk an Agenten ausgesucht und nur die würdigsten Elfen kommen für eine Kandidatur überhaupt in Frage. Kandidaten werden viele Jahre ausgebildet, bevor sie die eigentliche Aufgabe übernehmen dürfen. Bis dahin können sie noch das Leben eines Reisenden wahrnehmen, doch sobald sie zum Sternenwächter berufen wurden, sind sie an den Kaltforst gebunden! Kein Sterblicher hat Bitterkeit jemals betreten. In seinem Turm lebt Darnakurian - in gewisser Weise - heute noch. Ein mächtiger Temporäre Stasis-Zauber, den der letzte der Grauelfenmagier wirkte, bevor er aus der Stadt floh, hält Darnakurian hier fest. Noch immer sitzt er dort: starr gefroren, mit Hunger auf seinem Schoß liegend, den blinden Blick starr in die weite, marmorne Halle seines Turms gerichtet.


Das Fürstentum Herbergsbad

Das Fürstentum Herbergsbad ist eine der jüngsten Provinzen des Vereinigten Königreiches von Ahlissa. Prinzessin Karasin hat erst im Jahr 590 AZ den Begehren des Hochkönigs nachgegeben und ist dem Reich beigetreten. Dadurch gewann Karasin jedoch einiges an Ansehen und Ländereien. Mit ihrem Sturz war die Zukunft des Fürstentums erst ungewiss, aber inzwischen scheint gesichert, dass Fürst Valeran aus dem Haus Garasteth Herr über das Fürstentum wird. Die Stadt Herbergsbad wird in eine Freie Stadt umgewandelt werden, die Prälatur Herbergsbad genannt wird und dem Vereinigten Königreich von Ahlissa angehört. Herrscher über Herbergsbad wird Prälat Anarkin sein.


Amhang


Etwa zwei bis drei Tagesreisen nordwestlich von
Herbergsbad mitten in den südlichen Ausläufern der Feuersteinhügel und nahe am Waldrand des Adri liegt das kleine Örtchen Amhang abseits der meisten bekannten Wege. Es gibt wenig Bemerkenswertes über diesen Ort zu schreiben, außer vielleicht der Tatsache, dass er sehr nahe an der Grenze zu Nairond liegt.
Etwas mehr als 180 Menschen leben hier. Die meisten von ihnen sind Flüchtlinge aus Almor, die in Amhang ein neues zu Hause gefunden haben. Auch der Ortsvorsteher Arnjan Gerstenkörner, stammt aus der Prälatur.
Im Ort findet man einen Tempel der Wenta und einen kleineren des Trithereon. Amhangs Einwohner leben von Landwirtschaft, Jagd und einige sicherlich auch vom Schmuggel über die nahe Grenze. Außerdem gibt es einige Handwerker die Waren des täglichen Bedarfs herstellen.
Der Ort liegt in der Nachbarschaft vieler Höhlen, die in den vergangenen Jahren Ausgangspunkt von Plagen waren. Meist handelte es sich um Wesen aus den niederen Ebenen, die in diesen Höhlen über Jahre eingesperrt waren, aber es gibt auch einen einzelnen Bericht über einen Lindwurm, der sich zu einer Landplage hätte entwickeln können, wenn ihn heldenhafte Abenteuerer nicht ausgeschaltet hätten.


Der Ettinshügel


Ettinshügel war in ferner Vergangenheit Schauplatz einer Schlacht zwischen Flan und Oeridianern. Bei dem Hügel handelt es sich um einen isolierten Ausläufer der westlichen Feuerstein-Hügel, der aus dem Wald herausragt.
Namensgeber dieses Hügels ist ein seit langem hier lebender Stamm von Ettins. Man munkelt, dass ein besonders großes und furchterregendes Exemplar dieser Rasse den Stamm anführt, aber niemand weiß Genaueres, da Waldläufer und Waldmenschen einen weiten Bogen um dieses Gebiet machen. Seit langer Zeit ist die Gegend nur noch von einfältigen Dummköpfen betreten worden, die nie wieder danach gesehen wurden.
In
Herbergsbad versuchen Eltern Kinder mit dem Spruch "Wenn du nicht artig bist, kommt der große, böse Ettin von seinem Hügel und frisst dich auf!" Angst zu machen. Aber auch Erwachsenen soll bei dem Gedanken an die Ettins schon Angst und Bang geworden sein.
Tatsächlich lebt ein Stamm von etwa 15 erwachsenen Ettins unterhalb des Hügels. Ihr Anführer, ein besonders Ehrfurcht gebietendes Exemplar seiner Rasse, nahezu viereinhalb Meter groß und an die drei Tonnen schwer, wird er in seinem Clan Eherner Großvater genannt. Er hat bereits mehr als 70 Sommer kommen und gehen sehen. Trotzdem ist seine immense Kraft ungebrochen. Am auffälligsten für seine Rasse ist seine vergleichsweise hohe Intelligenz und eine für Ettins erstaunliche Weisheit, die sich nur mit den vielen Erfahrungen erklären lässt, die er während seines ungewöhnlichen und langen Leben gemacht hat.
Ebenso wie der Rest seines Stammes ist er von nicht-böser Gesinnung und für einen Ettin auch sehr rechtschaffen.
Wer nun denkt, dass Eherner Großvater ein geradezu unmögliches Exemplar von einem Ettin ist, wird für den "Schamanen" des Stammes keine Erklärung mehr finden können: Weiser Onkel ist ein Kleriker des Heironeous. Wie alle anderen Mitglieder des Stammes trägt er eine krude Version des heiligen Symbols seines Gottes auf dem rechten Unterarm eintätowiert.
Diese außerordentlich ungewöhnlichen Dinge lassen sich nur erklären, wenn man sich die Geschichte des Stammes und des Ortes, an dem er lebt, verdeutlicht. Die Schlacht zwischen Flan und Oeridianern fand etwa um das Jahr 150 AZ statt. Auf beiden Seiten kamen mächtige magische Waffen zum Einsatz. Vorfahren des Clans durchstöberten einige Wochen später das Schlachtfeld und begannen damit die Gefallenen beider Seiten zu plündern. Als sie auch nicht vor der Plünderung einiger Leichen von Paladinen und Klerikern des Erzpaladins zurückschreckten, erschien ihnen eine Vision von Heironeous, in der er ihnen befahl, die Leichen in Frieden zu lassen und die Artefakte der Kämpfer zurück zu legen. Da die Ettins diesem Befehl nicht folgen wollten und mit der Fledderei fortfuhren, verfluchte sie Heironeous und ihre Nachfahren dazu, für immer an diesem Ort zu bleiben und die Ruhe der Toten zu bewachen und dafür zu sorgen, dass deren magischen Gegenstände niemals missbraucht wurden.
Über die Jahrhunderte änderten sich die Ettins immer mehr und waren sie anfänglich wenig von ihrer Aufgabe angetan, entwickelten sie langsam eine starke Passion dafür und einen tiefen Glauben an den Erzpaladin. Vor etwa 100 Jahren hob dieser den Fluch auf, aber der Stamm legte ihm gegenüber ein Gelübde ab, der Aufgabe der Vorfahren treu zu bleiben.
Diese Geschichte ist nur wenigen bekannt und die Ettins wollen, dass es auch so bleibt.


Gasthof "Der letzte Weg"


Am (ehemals) letzten sicheren Weg zwischen Nairond und
Herbergsbad gelegen, ist dieser Gasthof fast idyllisch in die Feuersteinhügel eingebettet, etwa zwei Tagesreisen nordwestlich von Herbergsbad und drei Tagesreisen östlich von Cordrend in Nairond.
Früher blühte hier das Geschäft, da viele Reisende und Karawanen diese Straße nutzten, aber bereits vor den Kriegen wurde die Gegend unsicher. Da die Karawanen keine Rastplätze mehr entlang der Route finden konnten, die nicht durch Angriffe von Räuberbanden oder Humanoiden gefährdet waren, benutzten immer weniger Reisende diesen Weg durch die Hügel. Das Geld, um den Gasthof zu einer kleinen Festung auszubauen, konnten die Besitzer des Gasthofes nicht aufbringen. So blieben immer mehr Gäste aus, da sie Angst haben mussten im Gasthof eine leichte Beute für Räuberbanden und Humanoide zu werden.
Seit einigen Jahren ist die Gegend zwar wieder ruhiger geworden, aber noch immer wird von Reisenden berichtet, die ihr Ziel nicht erreichen, und so nehmen nur Wenige heutzutage diese Route. Deswegen verwundert es kaum, dass sich die Auswahl an Speisen und Getränken sehr bescheiden ausnimmt, aber immerhin bleibt Reisenden so die Jagd oder der zweifelhafte Genuss von Trockenrationen erspart. Die Besitzer können von dem Wenigen was ihnen der Gasthof einbringt, kaum leben, aber da sie selbst ein wenig Landwirtschaft und Jagd betreiben, ist dieser Platz so gut zum Leben geeignet wie jeder andere im Fürstentum Herbergsbad.


Gelbtrist und die bewaldeten Hügel


Die bewaldeten Hügel des Adri sind ein Ort des Unglücks. Die in der Vergangenheit ausgeschachteten Minen wurden von Überflutungen und Gasexplosionen heimgesucht und brachten statt Erz und Mineralien lediglich Monster der Unterwelt hervor. Bauern, die von den flachen, welligen Hügeln angezogen wurden, mussten herausfinden, dass ihre Ernte verkümmerte und die Braunfäule in den meisten Jahren die Früchte ihrer Arbeit zunichte machte. Oft erkrankte das Vieh und starb an Seuchen oder Schüttelfrost. Die Bäume der spärlichen Waldgebiete hier sind oft verkümmert, mit gelben Blättern und kränklich. Mancher sagt, die Gegend sei verflucht. Eher vernünftige Zeitgenossen ziehen die Möglichkeit in Betracht, dass hier irgendein mineralisches oder metallisches Gift Erdreich und Grundwasser verseucht hat, obwohl auch die entweichenden Gase aus der Mine dem allgemeinen Wohlempfinden sicherlich nicht gerade förderlich sind.
Was auch immer davon der Wahrheit entspricht, sowohl unter als auch über dem Erdboden haben nur einige wenige intelligente Kreaturen überlebt.
Umgekehrt sind Monster in den Waldgebieten sehr zahlreich. Rudel von Werwölfen und Wolfweren kämpfen erbittert um ihr Revier und ihr Kampfgeheul kann man in vielen Vollmondnächten hören.
Erdhöhlen bewohnende Ghule und Grule durchstreifen die Gegend auf der Suche nach verirrten Reisenden, die sie in Stücke reißen können. Eine kleine Gruppe Spriggans wurde ebenso gesichtet wie ein Pärchen außergewöhnlicher großer Lindwürmer . Diese Monster sind in gewisser Weise ein Segen, da sie so den Humanoiden die einfache Passage südlich durch die hügeligen Wälder nach Nairond verwehren.
Es gibt hier einen Ort, der besonders erwähnenswert ist: die alte Gnomenmine Gelbtrist (wie sie die Gnome heute nennen). Eine handvoll Rubine in der Größe von Kiebitzeiern wurde dort vor Jahrhunderten von den Gnomen gefunden, und die Minenarbeiter gruben auf der Suche nach weiteren wertvollen Dingen waghalsig tiefer und tiefer. Sie haben jedoch nichts Wertvolles mehr gefunden aber sie sind dabei in eine große Höhle mit seltsam anmutenden Steinwänden vorgestoßen, welche das Aussehen von verknittertem und vergilbtem Pergament hatten. Aus dieser Höhle erhob sich eine scheinbar endlose Wolke eines stinkenden Gases, das unaufhaltsam durch die ganze Mine zog und die Gnome zwang, diese aufzugeben. Von Zeit zu Zeit bei ruhiger Witterung und wenn keine Winde wehen, kriecht das Gas sogar aus dem Stollen heraus, zieht über die Hügel hinweg und breitet sich weit aus. Das Gas verursacht Übelkeit, so dass für jedes Wesen, welches das Gift einatmet, ein Zähigkeitsswurf erforderlich wird. Ein misslungener Rettungswurf bedeutet, dass das Wesen jeweils zwei Punkte an Stärke und Konstitution verliert, solange es in dem betroffenen Gebiet bleibt. Untote werden hiervon nicht berührt, und die Ghule und Grule aus den Hügeln benutzen die undurchsichtig-gelbe Wolke oft als Tarnung für ihre Hinterhalte und um ihre Opfer hineinzuschleifen.
Eigentlich sollte man Gelbtrist besser meiden, doch die Gnome haben dort Magie entdeckt, die kraftvoll aus der Höhle empor strahlt. Sie würden die Höhlen heute jedoch nicht wieder betreten, beschämt von dem Gedanken, dass vielleicht ihre Vorväter den Fluch freigesetzt haben, der nun über den Hügeln zu liegen scheint. Folglich sind die magischen Schätze und Geheimnisse, die Gelbtrist vielleicht birgt, noch immer in den Minen verborgen.


Herbergsbad


Herbergsbad ist eine einzigartige Stadt innerhalb von Aerdy. In ihrer Geschichte gehörte sie einst zu Nairond, der Nordprovinz und Almor. In den letzten 35 Jahren herrschte Fürst Corazell aus dem Haus Garasteth über Herbergsbad. Seine Vorfahren hatten das Lehen für das Land vor Jahrhunderten vom Haus Cranden erworben, als die Stadt noch ein kleines Bergmannsdorf war und sie haben es erst in eine Handelsstadt und später dann in eine Kurstadt verwandelt.
Lebten um 565 AZ noch annähernd 10.000 Menschen in Herbergsbad, so wanderten nach der Unabhängigkeitserklärung von 580 AZ etwa 1.000 Einwohner Richtung Almor aus, da ihnen Herbergsbad zu unsicher erschien. Vor den
Graufalk-Kriegen waren es somit wenig mehr als 8.500 Menschen die in Herbergsbad als Einwohner gezählt wurden. Während der Kriege und kurz danach schwoll diese Zahl wohl auf mehr als 15.000 Menschen an. Bis Ende 495 AZ hatte sich diese Zhal auf etwa 12.500 eingependelt. Die Große Seuche, die Ende des Jahres die Stadt heimsuchte, kostete etwa 600 bis 700 Opfer; die genauen Zahlen sind noch unbekannt. Flüchtlinge aus Nairond sorgten für einen kleinen Bevölkerungszuwachs, und zu Beginn des Jahres 595 AZ schätzt die Stadtverwaltung, dass noch knapp über 12.000 Menschen hier wohnen. Wie überall im ehemaligen Großen Königreich üblich, wird nur das dominierende Volk einer Stadt oder Region bei einer Volkszählung erfasst. Tatsächlich leben heute in Herbergsbad auch noch etwas mehr als 1.000 Gnome, etwa 500 Halbelfen und jeweils weniger als einige Dutzend Elfen, Halblinge, Halb-Orks und Zwerge. Von den nichtmenschlichen Völkern wurden nur die Gnome messbar von der Seuche betroffen.
Vor allem mit Erz aus den Feuerstein-Hügeln, Nahrungsmitteln aus Nairond, Bauholz aus dem Adri und Fisch aus dem Fluss wurde Handel getrieben. Während die Nationszugehörigkeit immer wieder wechselte, blieb Herbergsbad doch immer Herbergsbad - eine weltoffene Stadt, in der alle Rassen und Gesinnungen Kontakt pflegen und miteinander auskommen.
So wie sich die Stadt erst langsam zu einer Kurstadt für die gehobenen Gesellschaftsschichten der Aerdy entwickelte, so veränderte sich auch die Zusammensetzung der Bevölkerung. Ursprünglich bestand diese zu großen Teilen aus Gnomen und Zwergen, die in den nahe gelegenen Hügeln nach Metallen und Edelsteinen schürften. Wie bereits beschrieben sind es jedoch vor allem Menschen und einige wenige hundert Gnome, die das Gros der Bevölkerung stellen. Die Zwerge sind weitergezogen, da die Minen nichts mehr abwerfen (und der Badebetrieb eher störend auf sie wirkt!).
Herbergsbad hieß natürlich auch nicht immer so. Die erste Ansiedlung soll den Namen Nonisstad getragen haben. Zur Zeit als der Ort dem Haus Cranden als Lehen verliehen wurde, war der Namen Bergmanstetten urkundlich festgehalten worden. Erst vor etwas mehr als 200 Jahren (als der Ort längst Kurstadt war und von den Bergleuten kaum einer übrig war), wurde der passendere Name "Herbergsbad" gewählt.
Fürst Corazell starb, ohne einen Erben zu hinterlassen, und als einige seiner Brüder und Vettern auftauchten, um die Stadt in Besitz zu nehmen, fanden sie ihre Meisterin in der kämpferischen und listigen Baronin Karasin, Corazells Witwe. Nachdem Corazell während der Graufalk-Kriege gestorben war erklärte sie, dass sie diese Stadt zu seinem Gedenken in einer fürstlichen Treuhandschaft weiterverwalten würde. Obwohl Fürst Corazell in Wirklichkeit an einer Hirnblutung gestorben ist, welche wahrscheinlich dadurch hervorgerufen wurde, dass er unglaubliche Mengen an Branntwein zu sich genommen hat, erklärte ihn Karasin ohne Zögern zum Kriegshelden. So kann sie seine Ländereien weiter für sich beanspruchen. In der Tat hat sie nach dem Zusammenbruch Almors in den Graufalk-Kriegen Eigentumsanspruch auf einen Landstrich erhoben, der die Gegend vom östlichen Ufer des im Westen gelegenen Flessern (einen Nebenfluss der Harfe) bis hoch zu dem Punkt im Norden, wo die Harfe die südlichen Greifenberge erreicht, umschlossen wird.
Karasin hatte jedoch wenig Kontrolle über diese Gebiete. Im Norden sind die Humanoiden aus der Knochenmark eingefallen. Sie handelte einen Pakt mit ihnen aus und erklärte sie zu den Verwaltern der nördlichen Ländereien, jenseits der bewaldeten Hügel. Sie hatte kaum eine andere Wahl, hielt doch dieser Pakt Hastern von Kantersfeld davon ab, seine begierigen Blicke in diese Richtung zu lenken. Inzwischen kann man davon ausgehen, dass die Humanoiden die wahren Herrscher dieser nördlichen Gebiete geworden sind und der Pakt nicht das Papier wert ist, auf dem er geschrieben steht.
In den westlichen Ländereien trieben sich zum größten Teil unorganisierte Abtrünnige der Armee des Großen Königreiches herum, die auch an der Plünderung von Almor beteiligt waren. Viele desertierten während Ivids Feldzuges gegen Nairond und Almor und viele wurden geblendet, in den Wahnsinn getrieben oder gewaltsam in die Flucht geschlagen, als Dämonen die Herrschaft über die Ebenen dieses Landes erlangten. Versprengte Überreste dieses Heeres irrten durch das Land und durchquerten dabei gelegentlich den Flessern, um in den Norden des ehemaligen Almor einzudringen.
Dadurch konnte Karasin gerade den Einfluss über Herbergsbad und genügend Umland erhalten, um die Einwohner der Stadt, deren Zahl durch den Zustrom von Flüchtlingen bis auf heute über 12.000 anstieg, mit Hilfe von Fischen aus der Harfe und etwas Getreide von den abgelegenen Gutshöfen (auf fast allen ist eine Garnison von Karasins Truppen stationiert) vor dem Verhungern zu bewahren.
Doch inzwischen hat sich die Lage wieder verändert: Nach dem Einsatz des Krummstabs des Rao im Jahre 586 wurden die meisten Dämonen von der Oerde vertrieben und somit auch große Teile der besetzten almorianischen Landstriche von ihnen befreit. Das Königreich Nairond erkannte diese historische Chance und besetzte daraufhin weite Teile des ehemaligen Almor. Baronin Karasin, der diese Gelegenheit entgangen war, musste diese Missachtung ihres Herrschaftsanspruches hinnehmen. In einer Rede vor dem Stadtrat erklärte sie am Gottstag des Wuchsfestes im Jahre 590, dem dritten Jahrestag der Erklärung West-Almors zu einem Protektorat des Königreiches Nairond durch König Lynwerd I.:

"... Dieser heimtückische Angriff auf unsere Ländereien stellt einen klaren Bruch des Paktes von Graufalk dar. Da der Feind aber wusste, dass uns die Mittel fehlten, um seiner zahlenmäßigen Überlegenheit zu trotzen, und er zudem davon ausgehen durfte, dass uns nicht egoistischer Machtanspruch, sondern einzig das Wohl des Volkes von Herbergsbad am Herzen liegt, musste er nicht mit militärischen Aktionen unsererseits rechnen. ... Da die nun entstandene Situation aber nicht zu unserem Vorteil gereicht und auch unsere Wirtschaft unter der nairondischen Aggression leidet, haben wir nach reiflicher Überlegung dem Bündnisgesuch von Überkönig Xavener entsprochen und uns entschieden, dem Vereinigten Königreich von Ahlissa beizutreten. Im Gegenzug garantiert der Überkönig unsere Sicherheit und die aller Bürger von Herbergsbad. Zudem hat er uns Gebiete südlich der Harfe im Ausgleich zu den von Nairond geraubten Ländereien zugesprochen, die wir dringend benötigen, um unsere Lebenskraft zu erhalten. ..."

Bei dieser Gelegenheit beendete sie auch die - nur noch nominelle - Regentschaft des Oberbürgermeisters und setzte den Rat der Stadt als ihr Beratergremium ein (um ihm gleichzeitig die Kompetenz zu nehmen, über die Stadtverwaltung zu wachen!). Dass außerdem ein weiterer Prinz seinen Herrschaftssitz in Herbergsbad nahm und auch Karasins Herrschaftsanspruch auf alle Gebiete östlich der Harfe (inklusive Alfersfurt) auf diesen Prinzen übergingen, verschwieg Karasin dem Rat.
Damit erschöpfte sich Baronin Karasins - die sich ab da Prinzessin Karasin nennen durfte - Herrschaftsanspruch nun auf Herbergsbad, die Teile des Adri westlich und südlich der Harfe, die südlich gelegenen Teile der Feuersteinhügel sowie einige Ländereien der Grasebenen südlich der Harfe, die sich bis zur Grenze des Fürstentums Rel Deven erstrecken.
Mit der Revolution im Winter 598 hat sich die Lage ein weiteres Mal geändert: nach dem Tod Karasins hat Fürst Valeran die Macht übernommen, sie aber sogleich an Prälat Anarkin übergeben, der seit fast 10 Jahren im Untergrund für die Wiedererstehung der Prälatur von Almor kämpfte. Diesen Plan hat er nun erst einmal zurückgestellt. Er ist jetzt das Stadtoberhaupt von Herbergsbad, das sich nun Prälatur Herbergsbad nennt. Er zahlt einen Tribut von einer Nachtigall an Fürst Valeran, darf aber außen- und innenpolitisch weitgehend unabhängig agieren. Er wird weiterhin ein Zweikammer-Parlament errichten, dessen Oberhaus der Konvent bildet, das Unterhaus soll aus frei gewählten Bürgern bestehen.

Die neue Verfassung von Herbergsbad

Stadtoberhaupt ist Prälat Anarkin. Er ist für fünf Jahre von Fürst Valeran eingesetzt worden. Danach soll der Konvent einen neuen Prälaten aus seiner Mitte wählen.
Der Prälat bildet zusammen mit den von ihm ernannten Ministern die Regierung der Stadt.
Der Konvent von Herbergsbad bildet das Oberhaus. In ihm sind bestimmte Kirchen in Herbergsbad vertreten, die als besonders staatstragend gelten. Die Kirchen haben je nach Wichtigkeit unterschiedlich viele Sitze. Die Mitglieder werden auf Vorschlag der Kirchen durch den Stadtrat auf Lebenszeit gewählt. Der Konvent berät die Stadtregierung und bestimmt einmal alle fünf Jahre das Stadtoberhaupt aus seiner Mitte. Nach fünf Jahren muss ein neues Stadtoberhaupt gewählt werden, erst nach einer Pause von einer Amtsperiode, darf ein voriges Stadtoberhaupt wieder gewählt werden. Alle Gesetze, die Rechte und Besitztümer von Glaubensgemeinschaften betreffen, bedürfen der Zustimmung des Konvents.
Die Mitglieder des Konvents werden auf Lebenszeit ernannt. Die Zilchus-Kirche stellt fünf Mitglieder, die Heironeous-Kirche vier, die Pelor-Kirche drei, die Pholtus-Kirche zwei, die Hextor-Kirche zwei, die Rao-Kirche eines, die Mayaheine-Kirche eines, die Ulaa-Kirche eines, die Garl Glittergold-Kirche eines und die Bahamut-Kirche eines.
Der Stadtrat von Herbergsbad ist das gesetzgebende Unterhaus der Stadt. Er muss die Minister der Stadtregierung bestätigen, die ihm vom Prälaten vorgeschlagen werden. Er muss alle Gesetze beraten, die ihm von der Stadtregierung vorgelegt werden, und muss sie mit einfacher Mehrheit annehmen, damit sie Rechtsgültigkeit erlangen. Er darf bestimmen, welche Steuern festgesetzt werden und für was diese verwendet werden sollen. Er hat das Recht, dass der Prälat ihm zu jeder Zeit Rechenschaft über die Geschäfte der Stadtregierung ablegt. Der Stadtrat besteht aus 23 Bürgern, die auf fünf Jahre gewählt werden. Wahlberechtigt sind alle Bürger Herbergsbads, die sich für die Wahl registriert haben und die älter als 23 Jahre sind. Wählbar sind alle Bürger, die ja nach Volk, dem sie entstammen als erwachsen gelten. Die Wahlzeit entspricht der Amtszeit des Prälaten.

Prinz Molil, der Mitte 590 nominell seinen Palast bezog (den er aber selten bewohnt), hat von Xavener die Aufgabe erhalten, den ganzen Adri unter die Herrschaft von Ahlissa zu bringen. Zwar beansprucht Ahlissa nun den gesamten Wald; Fakt ist aber, dass sich die freien Bewohner des Adri und Überkönig Grenell vom Großen Königreich der nördlichen Aerdy diesen Ansprüchen nur unter heftigsten Widerstand beugen werden. In einem Vertrag mit Valeran erkennt er an, dass er keinerlei Herrschaftsanspruch auf Herbergsbad hat und dies lediglich als Verwaltungssitz dient, solange ihm es nicht gelungen ist Kantersfeld zu erorbern, dass die eigentliche Hauptstadt des Marklands bilden soll.

Herbergsbad hat keine Stadtmauern, sondern wurde gewissermaßen um den alten befestigten Stadtkern herumgebaut. Die meisten Häuser wurden aus Stein errichtet und einige zeigen die Handwerkskunst zwergischer und gnomischer Steinmetze. In der Altstadt leben rund 2.500 Menschen. Hier befinden sich auch der Stadt-Palast und die Baracken von des Herbergsbader Regiments; auch die reicheren, geschickteren Handwerker sowie die unbedeutendere Aristokratie der Stadt leben dort. Im gesamten Innenstadtbereich gibt es Parks mit Baumgrüppchen und Zierteichen (um 10-12 m Durchmesser, meist oval), die künstlich angelegt wurden und nicht durch den Aquädukt gespeist werden. Der neuere Teil der Stadt ist nur durch einen kleinen, schmalen Graben als Schutz umgeben.
Eine weitere – sehr alte – Schutzinstallation liegt außerhalb von Herbergsbad: eine Kette von Wachtürmen, die sich von der Harfe im Süd-Osten der Stadt bis zur Grenze nach Nairond im Nord-Westen spannt. Diese Türme stammen aus der Zeit als das Haus Garasteth das heutige Herbergsbad und die umliegenden Ländereien als Lehen verliehen bekam. Sie wurden nur wenige Jahre aktiv genutzt. Heute sind fast alle verfallen. Sie dienten einst als Stationen für die Patrouillen, die die Grenzen schützen sollten und waren mit jeweils etwa einem Dutzend Grenzsoldaten bemannt. Manche von diesen Türmen dienten in späteren Jahren dann als Behausungen kleiner Adliger und wohlhabender Bürger. Der bekannteste unter ihnen ist der „Blaue Turm“; in jüngster Zeit hat der einst im Besitz der Familie Fraimekkian befindliche Turm als Versteck des finsteren Priesters Nzevorikin Aufsehen erregt.
Herbergsbad hat einige Attraktionen zu bieten: Eine davon ist der von den
Gnomen entworfene und konstruierte steinerne Aquädukt, der frisches Wasser von den Feuersteinhügeln bringt.

Der Aquädukt

Der gnomische Aquädukt ist eine sonderbare Konstruktion, die in einer mehr oder minder geraden Linie nach Norden führt: eine steinerne, viereckige Röhre, die sich auf großen, kunstvoll verspielt angelegten Steinsäulen von einer Frischwasserquelle in den Feuersteinhügeln nach Herbergsbad zieht. Das Bauwerk scheint aus einer Vielzahl unterschiedlicher Steinsorten gebaut zu sein, die aber harmonisch zusammen spielen und einen sehr stabilen Eindruck hinterlassen. Direkt neben dem Aquädukt führt ein breiter, häufig benutzter Trampelpfad in die Hügel. Je nach Geländelage und der Laune des seinerzeit gerade mit der Bauleitung beauftragten Gnoms erhebt sich der Aquädukt in eine Höhe von bis zu vierzig Metern, läuft aber manchmal auch direkt über dem Boden entlang oder durch Hügel. Grundlegendes Konstruktionsprinzip ist, dass das Wasser in einem Gefälle von den Hügel nach Herbergsbad führt, damit das Wasser den nötigen Druck erhält, in die Verteilertürme der Stadt zu fließen. Nahe an Herbergsbad sind die Säulen selten höher als 10 m; später erreichen sie, je nach den Geländeformationen, die sie durchqueren müssen, Höhen von bis zu 40 m. Die Röhre (eigentlich eher eine abgedeckte Rinne) ist in der Regel etwa anderthalb Meter breit und zwei Meter hoch, doch ändern sich sowohl Maße als auch Form gelegentlich (immer dann, wenn gerade der Architekt wechselte), teilweise recht grundlegend. Die Steinkonstruktion ist alt und verwittert, aber tadellos in Ordnung und voll funktionsfähig (wozu nicht zuletzt regelmäßige Inspektionstrupps von Gnomeningenieuren sorgen, die mit teils eher eigenwilligen Ausbesserungen und Verschönerungen den uneinheitlichen Eindruck des Konstrukts weiter erhöhen).Er zieht sich etwa 60 Kilometer weit in die Hügel hinein.
Seit einigen Jahren planen die Gnome einen zweiten Aquädukt, mit dem diese junge Generation beweisen möchte, dass nicht nur ihre Altvorderen talentierte Baumeister waren. Derzeit diskutiert man, ob man den Aquädukt durch den Wald bauen kann, soll, darf und was die Vor- und Nachteile einer solchen Route wären. Da man auch noch keine Quellen gefunden hat, die dieses Bauwerk speisen könnten (was einige der Architekten allerdings für reichlich überflüssig halten!), wird die Planungsphase sich wohl noch einige Zeit hinziehen.
Neben dem Wasser, das der Aquädukt aus den Feuersteinhügeln liefert, gibt es in der Stadt auch einige Mineralquellen, deren Wasser zu Heilungszwecken abgefüllt und an wohlhabende Kunden verkauft wird. Wenige dieser Quellen sind so ertragreich, dass ihr Wasser exportiert werden kann, auch wenn es in den größeren Städten Ahlissas eine nicht unerhebliche Nachfrage nach den heilenden Kräften dieser Wasser gibt.

Eine andere sind die hervorragenden, prunkvollen öffentlichen Thermen mit ihrer zugegebenermaßen sonderbaren Gestaltung der Eintrittspreise: eine kurze Schwimmrunde und ein Bad im Becken mit dem lauwarmen Wasser kosten eine Kupfermünze. Die aristokratischen Besucher bekommen für 2 Goldmünzen ein heißes Schaumbad mit Kräuteraufgüssen und angeblich medizinisch wirksamen Mineralsalzen, dazu heiße Handtücher und Seife soviel sie wollen. Die Bäder wurden im Jahre 322 AZ von einem exzentrischen Zauberer gebaut, der von Körperhygiene geradezu besessen war; man munkelt gar, er habe hier ein Feuerelementar gebunden, um von den Schwankungen der Natur unabhängig zu sein...
Für die vielen Besucher der Stadt gibt es Herbergen und Gaststätten in den unterschiedlichsten Kategorien und Preisklassen. Die vornehmsten dieser Häuser befinden sich in der Altstadt und passen sich hier sehr gut in die feudale Umgebung ein. Ist die Zahl der Gasthäuser schon praktisch nicht mehr zu überschauen, so ist die Anzahl der Tempel einmalig. Auch in den größten Metropolen gibt es nicht annähernd eine solche Dichte an sakralen Bauten der unterschiedlichsten Größen: von unscheinbaren Schreinen bis hin zu gewaltigen Kathedralen. Vor allem gute, neutrale und auch einige wenige böse Götter der verschiedensten Pantheons werden hier öffentlich verehrt.
Am nordwestlichen Stadtrand – eingebettet in die Feuersteinhügel – liegt ein großes Freilufttheater, dass im Jahr 591 anlässlich der Aufführung der "Aerdy lebt!"-Gesellschaft errichtet wurde. Das Theater wurde nach den Vorstellungen nicht wieder abgerissen. Nicht weit davon entfernt befindet sich die Arena, in der bereits seit fast 200 Jahren Gladiatorenkämpfe, Wagenrennen und andere Zerstreuungen für die Kurgäste geboten werden.
Hier entsteht 597 AZ auch ein Bürgerpark, der am Mittsommer des Jahres mit einer großen Gartenbauausstellung eröffnet wird.
Entlang des südlichen Stadtrandes reihen sich Lehmhütten, verschlissene Zelte, schlecht gezimmerte Holzbauten und Erdlöcher, in denen viele tausend Flüchtlinge ein trostloses Dasein fristen. Während des Krieges kamen die meisten aus den Gebieten des ehemaligen Almors und der Gegend nördlich von Jennden, in denen sich die Armee des Großen Königreiches vor der eigentlichen Invasion sammelte. Nach dem Krieg kamen dann noch mehr aus den Ländereien, die Nairond nach der Vertreibung der Teufel und Dämonen besetzte. Kurz danach verließen aber viele diese Lager, da die Besetzung Almors durch Nairond eher eine Befreiung denn eine Okkupation war (auch wenn Prinzessin Karasin das anders sah!). Schließlich verließen weitere Flüchtlinge Herbergsbad, als bekannt wurde, dass der ehemals neutrale Ort Teil von Ahlissa werden sollte. Bis heute weiß niemand wie viele Flüchtlinge tatsächlich in diesen Lagern dahin vegetierten. Die Stadtverwaltung stand dem dauernden Kommen und Gehen eher machtlos gegenüber. Die Umzäunung der Lager und die Einführung von Kontrollen durch die Stadtwache konnten das Problem auch nicht beheben, gaben aber den meisten besorgten Bürgern Herbergsbads das Gefühl, dass etwas gegen die wenig beliebten Flüchtlinge unternommen wurde. Die Lager sind nach der Revolution aufgelöst worden und Prinz Valeran hat allen Flüchtlingen Land innerhalb des Fürstentums angeboten, dass sie bestellen können.

Kaum bekannt ist auch die Tatsache, dass Herbergsbad über eine -lückenhafte - Kanalisation verfügt, welche Teile der Altstadt und der Neustadt unterquert. Im Rahmen der großen Seuche von 594 AZ sind einige Bewohner der Neustadt in die vermeintliche Sicherheit dieser Tunnel geflohen. Wie erst vier Jahre später bekannt wurde, sind sie dort geblieben und bezeichnen sich nun als das Rattenvolk. Auch im Rahmen der Revolution erlangte die Kanalisation traurige Berühmtheit. Die Aufständischen entdeckten hier viele Geheimgefängnisse der Prinzessin, in denen Regimegegner grausam gefoltert und gemordet wurde. In vielen Gefängnissen wurden nekromantische Experimente und Rituale praktiziert, die fast alle dazu dienten, das Leben der Prinzessin zu verlängern.
In letzter Zeit sieht die wirtschaftliche Entwicklung zwar dank der erfolgreichen Wiederaufnahme der Flussschifffahrt mit Jennden und dem im Fürstentum Rel Deven gelegenen Goldriegel wieder hoffnungsfroher aus, aber der Tourismus, die ehemals wichtigste Einnahmequelle der Stadt, ist aufgrund der unsicheren Handelswege nach wie vor nur etwas für hartgesottenere Naturen. Hier wollen Fürst Valeran und Prälat Anarkin ansetzen, um Herbergsbad und das Fürstentum wieder erblühen zu lassen.


Hinterhüglingen


Weit im Norden des Fürstentums, nahe der Grenze zur Knochenmark, liegt idylisch zwischen den Hügeln dieses verträumte Nest. Außer einem Gasthof gibt es keine öffentlichen Gebäude und nur einige wenige Gehöfte.
Vor wenigen Monden verschwanden einige der Bewohner auf unerklärliche Weise. Einige Zeit später tauchten die meisten wieder auf, konnten sich aber nicht erinnern, was mit ihnen geschehen war.


Nannonshaven


Nannonshaven liegt etwa 12 km südlich von
Herbergsbad, direkt an der Harfe. Hier befinden sich die Landungsstege der Stadt. Der Ort verdankt den Namen der Gattin seines Gründers Prinz Katanieus, der um 400 AZ die Idee hatte, dass die Reise über den Fluss der aufstrebenden Kurstadt (die damals noch nicht Herbergsbad hieß) weiteres Publikum erschließen könnte. Und er hatte recht. Nachdem die Landungsstege angelegt waren und sich die Nachricht verbreitete, dass ein schneller und relativ sicherer Reiseweg zu den heilsamen Quellen südlich der Feuersteinhügel möglich war, kamen immer mehr Erholungssuchende auf diesem Weg von Thingplatz die Harfe herunter.
Spätestens seit den Graufalk-Kriegen ist diese Verkehrsader durch die Vernichtung von Thingplatz und die Tatsache, dass die Harfe nun die argwöhnisch beäugte Grenze zweier sich feindlich gegenüberstehender Großmächte bildet, versiegt.
Dennoch gibt es auch heute noch einige (nicht mehr ganz so) komfortable Herbergen vor Ort. Einige wenige Wohnhäuser und ein Dutzend Fischerhütten bilden den Rest dieses kleinen Ortes. Anfang des Jahres 596 AZ brannte der einzige Tempel des Ortes lichterloh. Umfangreiche Spenden haben aber einen raschen Wiederaufbau ermöglicht, so dass der Tempel des Fharlanghn prächtiger als je zuvor dasteht. Davon hat auch der Rest des Ortes profitiert. Zweifellos ist für die Ortschaft aber auch einträglich, dass der Flusshandel seit Mitte des Jahres 596 AZ wieder aufgenommen wurde. Zwar sind die Fahrten immer wieder von Terroristen bedroht, doch die Menschen merken, dass die Wirtschaft langsam wieder anzieht. Die Herbergen des Ortes beklagen sich aber immer noch, über die geringe Auslastung der Betten.
Die Verbindung nach Herbergsbad bildet eine prächtige Allee, deren Seiten mit Zedern gesäumt sind, die in diesen Breiten nicht sehr häufig vorkommen. Am Wegesrand stehen in regelmäßigen Abständen Statuen aus den unterschiedlichsten Materialien, die Götter, berühmte Helden und Fürsten der Aerdy darstellen. Es gibt Rastplätze entlang des Weges, von denen einige sogar über magisch betriebene Springbrunnen verfügen, die von gnomischer Ingenieurs- und oerdianischer Magiekunst zeugen. Diese Prachtstrasse trifft kurz vor Herbergsbad, auf die südliche Handelsstrasse.
Diese Handelsstraße wiederum wird circa 20 km westlich von Nannonshaven über eine große Brücke (vermutlich gnomischer Bauart) geführt und von dort gelangt man über Hügelstolz zu den Orten Jennden und Ralsand weiter im Süden Ahlissas.
Nannonshaven untersteht nicht der Administration von Herbergsbad sondern gehört zum Fürstentum.



Die südliche Provinz


Das Harfe-Becken


Südlich und östlich der Harfe liegt die südliche Provinz des Fürstentum Herbergsbad. Diese Ländereien sind 590 AZ im Rahmen des Beitritts von Herbergsbad zum Königreich Ahlissa unter die Herrschaft von Prinzessin Karasin gestellt worden. Sie werden gelegentlich auch als das "Harfe-Becken" bezeichnet. Lange Jahre standen sie unter der Kontrolle des Hauses Cranden, das sie versuchte von Rel Deven aus zu kontrollieren. Doch das Chaos, das in den letzten Jahren unter der Herrschaft Ivid V. im Großen Königreich herrschte, hatte sich besonders in diesen Landstrichen verbreitet. Eine riesige Zahl von Flüchtlingen aus den westlichen Gebieten des ehemaligen Almor, verschlimmerten diese Lage nach dem Krieg nur noch mehr.
Als dann durch den Einsatz des Krummstabes des Rao fast alle Dämonen aus Almor vertrieben waren, begann man von Rel Deven aus das Gebiet wieder zu befrieden. Da aber gleichzeitig die nairondische Armee Almor besetzte und eine Invasion aus dem Westen drohte, wurde der Aufbau der Infrastruktur vernachlässigt und nur die Grenze (die hier von der Harfe gebildet wird) wurde wieder befestigt. Als dann nach vier Jahren dann endlich alle Festungen erneuert waren, übergab Xavener, völlig unerwartet für das Haus Cranden, die Kontrolle an Karasin. Eine angemessene Entschädigung der Herrscher von Rel Deven für ihre umfangreichen Investitionen steht noch aus.
Da Karasin bis zum Beitritt zu Ahlissa nur über geringe Truppenkontingente verfügte, musste sie zuerst Truppen ausheben, um die Festungen entlang der Grenze zu Nairond zu besetzen. Dabei war ihr Prinz Molil überraschenderweise eine große Hilfe. Einen Teil der Truppen hat er damals jedoch verwendet, um seine Invasion auf Alfersfurt vorzubereiten, und einige der besten Einheiten hat er in seine regulären Truppen eingegliedert, mit denen er seit bald acht Jahren versucht Kantersfeld einzunehmen.
Bis zum Krieg handelte es sich bei diesen Ländereien um fruchtbare Ebenen, die von Gehöften und Weilern überzogen waren. Nur wenige größere Ansiedlungen bildeten die Märkte für die Produkte des Landes. Etwa 250.000 Menschen lebten damals in diesen Gebieten.
Die Armee, die hier vor der Invasion von Almor gesammelt wurde und später die marodierenden Horden aus Dämonen und Deserteuren verwandelten dieses Land in ein Armenhaus. Nur wenige Höfe und Felder blieben intakt. Viele Bewohner wurde auf grausame Weise ermordet und das Land entvölkert. Die Dörfer wurden geplündert und gebrandschatzt und später von Unmengen an Flüchtlingen überrannt. Heute schätzt man die Zahl der Bewohner der Ebene und der Städte auf wenig mehr als 100.000 (mit all den Flüchtlingen aus anderen Gebieten).
Die Handelsstrasse, die von Jalpa über Ralsand, Jennden und Hügelstolz nach Herbergsbad führt, befindet sich überraschenderweise in einem guten Zustand. Ihre Seitenstraßen sind jedoch in einem katastrophalen Pflegestand, so dass es den wenigen Bauern, die noch außerhalb der großen Orte ihre Felder bestellen, kaum möglich ist ihre Produkte auf den Märkten des Landes zum Verkauf anzubieten.
Abseits der Handelsstraße trifft man immer wieder auf verbrannte und geplünderte Gehöfte und Herrenhäuser. Es ist erstaunlich, dass es immer noch genug Kriegsherren gibt, die mit ihren Söldnertruppen Teile des Landes unter ihrer Kontrolle haben und nicht beabsichtigen diese Kontrolle wieder aufzugeben. Fürst Valeran hat jedoch bereits Pläne entwickelt, wie mithilfe der Armee des Fürstentums und Freiwilliger, die bei der Befreiung Herbergsbad behilflich waren, dieser Landstrich zu säubern und zu sichern ist. Dabei sollen die Herrenhäuser an die Freiwilligen gegeben werden (sofern sie einen Lehnseid auf Valeran schwören) und die Gehöfte unter den restlichen Flüchtlinge verteilt werden, die sich noch im Land aufhalten.
Der Aufbau dieser einst reichen Ländereien wird viel Geduld und Geld erfordern. Beides scheint inzwischen aber wieder vorhanden zu sein.


Hügelstolz


Hügelstolz ist ein kleines verträumtes Nest, das einige Wegstunden südlich der Harfe liegt. Es liegt am Rande der großen Nord-Süd-Handelstraße, inmitten fruchtbarer Felder, nahe einiger bewaldeter, hügeliger Ausläufer des Adri. Drei Wegstunden nordwestlich von Hügelstolz liegt die große Gnomenbrücke, über die die Handelstrasse Richtung
Herbergsbad verläuft. Seine nördliche Lage hat es wohl vor Brandschatzung und Mord in der Zeit nach den Graufalk-Kriegen bewahrt.
Der Ort gruppiert sich lose um einen Platz, aus dessen Mitte sich eine riesige, 424 Jahre alte Eiche erhebt. Hier befindet sich auch das Gasthaus "Zur Eiche", ein kleiner Gemischtwarenladen, die Werkstatt des Dorfschmiedes und der Tempel des Ortes, der der Göttin Wenta geweiht ist und von der Priesterin Tama betreut wird.
Anaria Eskern ist die Vorsteherin des Dorfes, sie ist von Valerans Verwaltern aus Ralsand mit der Führung der rund 250 Bewohner betraut worden.


Jennden


Jennden war bis vor kurzem die wichtigste Stadt in der Region des Harfe-Beckens, der neuen, südlichen Provinz des Fürstentum Herbergsbad. Sie liegt ziemlich genau auf der Mitte der Strecke zwischen
Ralsand und Hügelstolz, direkt an der Harfe. Diese Situation, einerseits Hafenstadt, anderseits zentraler Punkt der Handelsstraße Herbergsbad – Jalpa, macht den Ort zum idealen Handelsplatz in dieser Region. Doch die Gefahren auf den Handelsstraßen und dem Fluss – und den dadurch daniederliegenden Handel – haben in den letzten Jahren zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt geführt.
Heute zählt man in Jennden etwas mehr als 5.000 Bewohner. Die Flüchtlinge aus Almor, die direkt nach dem Krieg die Einwohnerzahl auf weit über 6.000 anschwellen ließen, sind aber inzwischen wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Der Ort erstreckt sich zum einen entlang der großen Handelsstrasse zum anderen gruppiert er sich um den Hafen am Fluss. Im Zentrum befindet sich ein großer Marktplatz, auf dem in besseren Zeiten viele Waren umgeschlagen wurden, die Jennden entweder auf dem Fluss oder der Straße erreichten. Oder es wurden hier die Produkte der Gutshöfe aus der Umgebung gehandelt. Entlang der zweiten Hauptstrasse des Ortes, die den Markt mit dem Hafen verbindet, befindet sich eine mächtige Festung. Dies ist der Sitz der Verwaltung und des Herrschers der Stadt: Graf Myrak aus dem Haus Cranden. Er hat die Herrschaft im Herbst des Jahres 589 übernommen, nachdem der letzte Herr der Stadt in den Graufalk-Kriegen verschwunden war.
Seit dieser Zeit hat sich viel geändert: herrschte nach den Kriegen Anarchie und ein chaotischer Überlebenskampf, so gewinnt die staatliche Ordnung langsam wieder die Oberhand. Hatte ursprünglich die Diebesgilde das Machtvakuum ausgefüllt und aus allen Bewohnern auf die eine oder andere Weise Geld gepresst, ist sie selbst der inzwischen mächtigen Organisation der ortsansässigen Kaufleute gewichen. Trotzdem herrscht immer noch das Recht des Stärkeren, Korruption und Verbrechen. Vor allem die Kaufleute, die sich noch nicht dieser starken Organisation angeschlossen haben, sehen sich ständigen Schutzgelderpressungen ausgesetzt. Da das Verbrechen so immer noch weite Teile der Stadt beherrscht (vor allem aber die Gegenden um Markt und Hafen), können auswärtige Kaufleute nur unter großen Aufwand (entweder für Wachmannschaften oder Schutz- und Bestechungsgeld) in Jennden Handel treiben und auf der Handelsroute reisen. So wagen nur wenige dieses teure Unterfangen und die Kaufmannsgilde in Jennden stellt ironischerweise somit das Hauptproblem für den daniederliegenden Handel zwischen Herbergsbad und Jalpa dar. Alle davon betroffenen Herrscherhäuser (ob sie nun in Herbergsbad, Rel Deven, Ralsand oder Kalstrand sitzen) haben ein Interesse an der Lösung des Problems.
Zur Zeit herrscht ein merkwürdiges Gleichgewicht in der Stadt, die Kaufmannsgilde geht weiter ihren einträglicheren Geschäften nach, bemüht Kapitalverbrechen zu unterbinden und nicht zu offen die illegalen Geschäftstätigkeiten zu praktizieren, auf der anderen Seite ist das Oberhaupt der Stadt schon mit dieser geringfügigen Eindämmung zufrieden. Viel mehr beunruhigen für Myrak in letzter Zeit eine Anzahl ungelöster Ritualmorde, die auf einen unbekannten Kult zurückgeführt werden.
Der großartig ausgebaute Binnenhafen lag viele Jahre praktisch brach. Selten wagt sich ein Kapitän mit seinem Schiff an den Ruinen von Thingplatz die Harfe hinauf, auch die Aussicht zwischen zwei nervösen, bis an die Zähne bewaffneten Grenzarmeen zu manövrieren, reizt die wenigsten Handelskapitäne. Doch der Graf selbst hat sich für den Handel stark gemacht und mit seiner Familie aus Rel Deven eine Handelsroute über die Festung Goldriegel organisiert. Zwar versucht die Kaufmannsgilde das Projekt unter ihre Kontrolle zu bringen, bisher aber nur mit mäßigem Erfolg. Fürst Valeran schäumte vor Wut, da seine Blockade Herbergsbads so umgangen wurde und nun plötzlich Waren und Gold an ihm vorbei nach Herbergsbad gelangen konnten. Aber da er inzwischen selbst zum Herrscher des Fürstentums geworden ist, nützt ihm diese Situation mehr, als sie ihm vorher geschadet hat. Doch trotz Zilchus' Unterstützung sind die Mengen, die mit den Frachtkähnen die Harfe nach Herbergsbad transportiert werden können, vergleichsweise gering.
Graf Myrak war zwar untreu gegenüber Fürst Valeran als er Prinzessin Karasin unterstützte, aber da sie die rechtmäßige Herrscherin war, beschränkt sich Valerans Zorn darauf, dass er die Abgabenlast Myraks wieder auf das normale Maß erhöht hat. Graf Myrak scheint das zähneknirschend zu akzeptieren, da er sonst von Valeran mühelos von aller Versorgung abgeschnitten werden könnte.


Pfalz


Dieses neue Herrenhaus liegt nahe der großen Handelsstrasse. Es ist von einem kolossalen Erdwall umgeben. Bis zum Herbst des Jahres 598 AZ ist jedoch nur das Erdgeschoss fertig gestellt, während die oberen Geschossen bereits seit Jahren noch ihrer Fertigstellung harren. Doch Fürst Valeran hat für das Frühjahr 599 AZ bereits umfangreiche Bauarbeiten ausgeschrieben.
Von hier aus beherrscht
Fürst Valeran aus dem Haus Garasteth über das gesamte Fürstentum Herbergsbad. Er plant, Teile der Verwaltung des Fürstentums hier zu etablieren. Die anderen Teile werden in Ralsand angesiedelt, so dass der Stadt-Palast in Herbergsbad alleine für die Stadtverwaltung genutzt werden kann.
Valeran hat das Chaos nach den Graufalk-Kriegen genutzt und große Teile der Ländereien im südlichen Harfe-Becken an sich gebracht. Valeran hatte lange Jahre in der Knochenmark gegen die humanoiden Eindringlinge gekämpft, bis er und seine Truppen des Kampfes müde wurden und sie sich eine Gegend suchten, in der die Früchte ihrer Arbeit leichter zu ernten waren. Schnell vertrieb er lokale Kriegsherren, die wie Parasiten das Land aussaugten und brachte Kaufleuten und Bauern, die Sicherheit die sie brauchen, um Handel zu treiben und das Land zu bestellen.
Überraschenderweise verlieh ihm Hochkönig Xavener I. anlässlich der Gründung des Königreiches Ahlissa im Jahre 587 AZ diese Ländereien als Lehen. Damit verletzte er zwar die Rechte des Hauses Cranden, das ältere Ansprüche auf diese Ländereien vorweisen konnte, schaffte sich mit Valeran aber einen neuen Verbündeten, der bereits bewiesen hatte, dass er von einigen Nutzen sein würde. Als er dann Karasin Valeran als Fürst von Herbergsbad vorzog, kochte dieser vor Wut. Doch schon bald fand er in Prälat Anarkin einen Verbündeten, mit dem es ihm schließlich gelang, die verhasste Karasin zum Teufel zu jagen. Zwar hat er nominell noch die Herrschaft über die Stadt Herbergsbad, aber er ist nur der Repräsentant der Macht, die nun faktisch bei Anarkin liegt.
Trotzdem hat Xavener ihn als Fürsten anerkannt, da Karasin 9 Jahre lang das Fürstentum nicht in den Griff bekommen hatte und vor allem nicht in der Lage war ihre Abgaben nach Kalstrand zu zahlen. Die Revolution von 598 AZ hat einem Zugriff der Armee des Großen Königreiches nur vorgegriffen. Tatsächlich hatte Xavener schon begonnen Truppen südlich von Ralsand zusammen zu ziehen, da er im Frühjahr auf Herbergsbad ziehen wollte, aber nach dem Sieg Valerans hat er diesem 2 Jahre Zeit eingeräumt die Lage zu klären und dann die Abgaben Richtung Kalststand anzuweisen.
Der Bauplatz des Herrenhauses befindet sich an der Stelle, an der Valeran mit seinen Truppen das erste befestigte Camp in seinen neuen Ländereien aufschlug.
Innerhalb des Erdwalls befindet sich ein Camp, in dem hundert bis zweihundert Mann der Elitetruppe lagern, die Valeran seit Jahren begleiten. Die Arbeiten am Haus ruhen seit einiger Zeit, da sich Fürst Valeran auf andere Dinge in seinem Herrschaftsbereich konzentrieren muss.
Valeran lässt in den südlichen Landesteilen die Straßen wieder herrichten. Er fördert die lokale Wirtschaft durch großzügige Steuernachlässe und seine ordnende Hand sorgt dafür, dass wieder Händler aus den Süden Interesse an diesem Landstrich gewinnen.


Ralsand


Die kleine Stadt Ralsand liegt direkt nördlich der Lyra, eines kleinen, nur mit Flößen schiffbaren Nebenflusses der Harfe. Die Lyra bildet die Grenze zum Fürstentum Rel Deven, das sich südlich von hier erstreckt.
Dieser Ort mit seinen nahezu 3.000 Einwohnern, diente für über hundert Jahre als wichtige Garnison zum Schutz der umgebenden Gebiete. 250 gut ausgebildete
Kavalleristen in den berühmten blauen Uniformen der Stadt, tragen heute das Wappen des Hauses Garasteth. Und noch immer gelingt es ihnen den Ort und seine Umgebung vor den meisten Gefahren zu sichern.
Der Ort steht unter der direkten Kontrolle des Fürsten Valeran aus dem Haus Garasteth. Und da Herbergbad nur noch nominell Regierungssitz des Fürstentums ist, ist diese Rolle faktisch nur Ralsand zugedacht. Damit dürfte sich die Stadt rasend entwickeln, vor allem das sie hervorragend an die Straßen des Vereinigten Königreiches angeschlossen ist und somit nicht annähernd so abgelegen liegt, wie dies bei der Stadt Herbergsbad der Fall ist.
Ralsand ist der Umschlagsplatz der Waren aus dem Süden Ahlissas für den Norden. Da Schifffahrt auf der Harfe lange Zeit zu gefährlich war, führt der einzige Weg nach Jennden und Herbergsbad durch diesen Ort. Auf seinen Märkten ist praktisch alles zu haben, was man in Ahlissa legal (und manchmal auch illegal) erwerben kann. Händler aus Jalpa, die sich am Windmarsch des Jahres 591 beteiligten, haben im großen Stil mit den Kaufleuten in Ralsand Handel getrieben. Es ist nur eine Frage der Zeit (und der Sicherheit der Handelstraße Herbergsbad – Jalpa), bis der Handel endlich wieder in der ganzen Provinz aufblüht.
Besonders zu erwähnen ist die Glashütte, die für die hohen Häuser im Süden und für den Export feinste Glaswaren herstellt. Außerdem wird hier Papier produziert, dessen Qualität aber nicht zu den hochwertigsten im Land gehört. Bemerkenswert ist auch noch die neue Eisenhütte, die eine für Ahlissa außergewöhnliche Eisenqualität herstellt und dies, obwohl die Rohstoffe hierfür derzeit Mangelware sind.
Im Gegensatz zu den nördlichen Gefilden des Fürstentums steht Ralsand in wirtschaftlicher Hinsicht gut da. Nicht nur die Kaufleute verdienen ordentlich, auch die einfachen Arbeiter und Tagelöhner scheinen wirtschaftlich gesichert zu sein.
Interessanterweise hat dieser Reichtum auch schon Kaufleute des Hauses Darmen aus dem Süden angelockt. Sie versuchen derzeit hier Fuß zu fassen und eine ständige Handelsmission zu eröffnen. Sie benehmen sich auffällig freundlich und erwecken gerade deswegen das Misstrauen der ortsansässigen Kaufleute. Valeran wird es sicherlich mit diesen nicht verscherzen wollen, weiß er doch, dass sie so etwas wie der verlängerte Arm Xaverners sind. Gleichzeitig wird er sie aus diesem Grund aber auch nicht zu nah an sich heranlassen und ihre Position sehr genau beobachten.


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